• Angriff auf Priester in Saint-Étienne-du-Rouvray: Medien: Angreifer kannten sich erst seit vier Tagen

Angriff auf Priester in Saint-Étienne-du-Rouvray : Medien: Angreifer kannten sich erst seit vier Tagen

Laut "La Voix du Nord" und "Le Parisien" sollen sich die Täter per App zum Mord verabredet haben. Unklar ist, ob jemand den Kontakt hergestellt hat.

Die Chat-App Telegram ist mit rund 60 Millionen Usern eine der wichtigsten Kommunikationsapps der Welt - auch für den sogenannten "Islamischen Staat".
Die Chat-App Telegram ist mit rund 60 Millionen Usern eine der wichtigsten Kommunikationsapps der Welt - auch für den sogenannten...Foto: Reuters/ Dado Ruvic

Die islamistischen Angreifer auf eine französische Kirche sind laut Medienberichten erst kurz vor dem Anschlag miteinander in Kontakt getreten. Die Auswertung ihrer Telefone habe ergeben, dass sie erstmals am 22. Juli über den Kurzmitteilungsdienst Telegram in Kontakt getreten seien, berichtete die Zeitung „La Voix du Nord“ unter Berufung auf „eine informierte Quelle“. Vier Tage später ermordeten die beiden Männer den Priester in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray.

Auch die Zeitung „Le Parisien“ hatte dieses Datum bereits genannt und sich auf Ergebnisse der Ermittlungen berufen. Telegram ist ein Messenger für Smartphones, mit dem eine verschlüsselte Kommunikation möglich ist. Wegen der Anonymität wird er von vielen geschätzt. Mit der neuesten Version bietet allerdings auch WhatsApp, sowie vergleichbare Messenger ebenfalls, eine solche Verschlüsselung an.

Unklar, ob jemand den Kontakt zwischen den beiden hergestellt hat

Die beiden 19 Jahre alten Islamisten lebten mehr als 600 Kilometer voneinander entfernt: Adel Kermiche im Ort des Anschlags, Abdel-Malik Petitjean in Aix-les-Bains östlich von Lyon. Schon einen Tag nach dem Erstkontakt sei Petitjean zu Kermiche gereist, hieß es bei „Le Figaro“. Den Berichten zufolge versuchen die Ermittler jetzt zu klären, ob irgendjemand den Kontakt zwischen ihnen hergestellt hat.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte den Anschlag für sich reklamiert. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatten beide Islamisten zu verschiedenen Zeitpunkten ohne Erfolg versucht, nach Syrien zu reisen. (AFP, TSP)

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