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Ankündigung von Wladimir Putin : Russland baut Atomwaffenarsenal aus

Drohgebärde des russischen Präsidenten: Wladimir Putin verspricht dem Militär mindestens 40 neue Interkontinentalraketen - bestückt mit Atomsprengköpfen.

Militär-Ausstellung in Kubinka bei Moskau. Am Rande der Ausstellung kündigte Russlands Präsident Wladimir Putin die Aufstockung des Atomwaffenarsenals an.
Militär-Ausstellung in Kubinka bei Moskau. Am Rande der Ausstellung kündigte Russlands Präsident Wladimir Putin die Aufstockung...Foto: Wasili Maximow/AFP

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Westen will Kremlchef Wladimir Putin das russische Arsenal an Interkontinentalraketen ausbauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Allein in diesem Jahr sollten die Streitkräfte mindestens 40 neue Raketen erhalten, sagte der Präsident bei einer Militär-Ausstellung am Dienstag in Kubinka der Nähe von Moskau. Diese seien in der Lage, „selbst die technisch fortgeschrittensten Abwehrsysteme zu überwinden“, meinte Putin.

Zudem bekräftigte der russische Präsident das Ziel, die Waffen des russischen Militärs bis 2020 zu einem Großteil zu modernisieren. Der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow warf der Nato der Nachrichtenagentur RIA zufolge vor, Russland zu einem neuen Wettrüsten zu zwingen.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg spricht von "Säbelrasseln"

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kritisierte die russische Aufrüstung. "Das nukleare Säbelrasseln Russlands ist ungerechtfertigt, destabilisierend, und es ist gefährlich", sagte er am Dienstag in Brüssel nach einem Besuch bei EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. "Wir antworten", sagte Stoltenberg mit Blick auf die Rolle der westlichen Militärallianz. Die Nato erhöhe ihre Präsenz im östlichen Teil der Bündnisgebietes. Das betrifft nach früheren Angaben beispielsweise die baltischen Staaten.

Der Ukraine-Konflikt belastet das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen schwer. Russland kritisiert eine zunehmende Präsenz der Nato in Osteuropa. Erst am Wochenende waren US-Pläne bekannt geworden, schwere Kriegstechnik in osteuropäischen Nato-Staaten zu stationieren. Polen und Litauen bestätigten, dass es mit der US-Regierung Gespräche über die Stationierung schwerer Waffen in ihren Ländern gibt. Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak erklärte, er erwarte eine US-Entscheidung in den kommenden Wochen.

Die Nato hat die Zahl ihrer Manöver in Osteuropa in den vergangenen Monaten stark erhöht, außerdem rotieren inzwischen ständig westliche Truppen durch die Staaten an der Ostflanke. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte jedoch deutlich gemacht, dass sie eine dauerhafte Stationierung von Nato-Kampftruppen in Osteuropa als Verstoß gegen die Nato-Russland-Grundakte von 1997 ablehnt. Die USA und die Nato werfen Russland ihrerseits vor, mit Manövern den Konflikt anzuheizen sowie prorussische Separatisten im Kriegsgebiet Ostukraine zu unterstützen. (dpa/rtr)

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