• Anschlag auf Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris: Polizei fahndet mit Großaufgebot in Reims
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Anschlag auf Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris : Polizei fahndet mit Großaufgebot in Reims

Bei einem Anschlag in der Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" sind am Mittwoch zwölf Menschen getötet und mindestens fünf schwer verletzt worden. Weltweit hat die Tat Bestürzung ausgelöst. Lesen Sie die Ereignisse des Tages hier noch einmal nach.

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Auch vor der französischen Botschaft in Washington wurde um die Opfer des Anschlags getrauert.
Auch vor der französischen Botschaft in Washington wurde um die Opfer des Anschlags getrauert.Foto: Reuters

Bei einem Angriff mit Kalaschnikows und Raketenwerfer auf die Redaktion der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" sind in Paris zwölf Menschen getötet worden. Die Täter sind nach wie vor auf der Flucht. Präsident Francois Hollande sprach in einer ersten Reaktion von einem Terroranschlag. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen:

23:50 Uhr: Die französische Polizei fahndet mit einem Großaufgebot in Reims nach den Tätern des Terroranschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Die Sondereinheit Raid sei an der Aktion in der Stadt 150 Kilometer nordöstlich von Paris beteiligt, hieß es am späten Mittwochabend von der Polizei.

23:35 Uhr: Paris befindet sich weiter im Ausnahmezustand. Überall in der Stadt wird auf die höchste Sicherheitsstufe verwiesen. Auf Bildschirmen am Flughafen Orly steht in großen Lettern: "Alerte Attentat".

Es sind so viele Sicherheitsbeamte auf den Straßen, in den Bahnhöfen und Zügen wie selten zuvor, berichtet unser Reporter Mohamed Amjahid aus Paris. Auch private Sicherheitsdienste sind nun besonders aufmerksam. In der Tram besprechen drei Sicherheitsangestellte den Ernstfall so leise wie möglich: "Ich hoffe das kommt nicht so", sagt einer von ihnen. Die Pariser bewahren dennoch die Ruhe. Die Touristen lassen sich nicht von ihren nächtlichen Touren in der Stadt abbringen. Viele Pariser zeigten heute auf mehreren Plätzen der Stadt ihre Solidarität mit "Charlie Hebdo".

Vereinzelt merkt man den Leuten ihre Bedrückung aber an. So zum Beispiel zwei Senioren mit arabischen Hintergründen: "Und das im Namen von Allah!", empört sich der eine auf Arabisch. Ein Polizist mit ebenfalls arabischem Hintergrund beruhigt ihn. Er solle nach Hause fahren und beten, bittet ihn der Polizist.

23:15 Uhr: Nicht nur in Frankreich haben sich Tausende auf den Straßen versammelt. Auch in Berlin, Madrid, Rom, London, Washington und weiteren Großstädten solidarisierten sich viele Menschen mit den Opfern des Terroranschlags.

23:00 Uhr: Die französische Polizei sucht immer noch mit Hochdruck nach den drei Attentätern. Es handle sich bei den Verdächtigen um zwei Brüdern aus Paris mit französischer
Staatsbürgerschaft. Auch der dritte Täter sei identifiziert, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Männer sollen 34, 32 und 18 Jahre alt sein. Berichte über Festnahmen der drei Täter dementierte das Innenministerium.

22:50 Uhr: Viele Menschen aus Deutschland, aus Frankreich, aus Afrika, aus der ganzen Welt schreiben sich bis in die späten Nachtstunden am Handy SMS-Nachrichten oder schicken sich übers Smartphone per Whatsapp Beileidsbekundungen oder Solidaritätsgrüße. So senden sich beispielsweise auch Polizisten und Journalisten aus Berlin, der Partnerstadt Paris oder auch aus Lyon gegenseitig stärkende Worte. Es täte ihnen leid, es sei furchtbar, was mit den jeweiligen Kollegen geschehen sei. "So was brauchen wir alles nicht, wir brauchen Freiheit", schrieb eine Deutsche. "Ja, wir sind doch alle Menschen, unabhängig vom Glauben", lauteten Kurznachrichten zwischen Christen und Atheisten: Glaubenskriege und solche Attentate ruinierten die Menschlichkeit. Auch unzählige muslimische Berliner sprachen noch nachts darüber, dass sie die Taten verabscheuten und betonten, dass "so etwas im Koran nicht stehe".

22:20 Uhr: Der Imam von Bordeaux hat die Muslime in Frankreich zu Protesten gegen den Anschlag auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" aufgerufen. Die Attacke in Paris, bei der zwei mutmaßliche Islamisten zwölf Menschen töteten und dies als "Rache" reklamierten, sei "fast eine Kriegshandlung", sagte Imam Tareq Oubrou am Mittwochabend nach einem Treffen mit Papst Franziskus im Vatikan. Der Anschlag reiche "an das heran, was der 11. September für die USA war". Er sei zwar eigentlich ein Gegner von Demonstrationen, fügte der Imam einer der größten französischen Städte hinzu. Doch nun rufe er die Muslime in Frankreich auf, "in Scharen auf die Straßen zu gehen und ihre Empörung zu zeigen".

"Charlie Hebdo": die Fahndung, die Ereignisse
Der Moment des Zugriffs der Sicherheitskräfte beim Supermarkt in Vincennes
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09.01.2015 15:23Der Moment des Zugriffs der Sicherheitskräfte beim Supermarkt in Vincennes

21:50 Uhr: Die französische Polizei soll die drei Täter des Terroranschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ identifiziert haben. Darunter seien zwei Brüder aus Paris mit französischer Staatsangehörigkeit. Das berichteten am Mittwochabend „Le Monde“ und mehrere andere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Ermittler.

21:00 Uhr: Nach dem Angriff auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" hat Frankreichs Präsident François Hollande für Donnerstag einen nationalen Trauertag ausgerufen. Die Landesflaggen sollten für drei Tage auf Halbmast gesetzt werden, sagte Hollande am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Er rief seine Landsleute auf, sich durch das Attentat mit zwölf Toten nicht spalten zu lassen: "Unsere beste Waffe ist unsere Einheit", sagte der Präsident.

20:45 Uhr: Papst Franziskus hat das „grausame Attentat“ auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mit mindestens zwölf Toten in Paris entschieden verurteilt. Die Tat habe Tod gesät, die gesamte französische Gesellschaft in Trauer gestürzt und alle Menschen, die Frieden liebten, tief aufgewühlt, heißt es in einer Mitteilung des Vatikans vom Mittwochabend. „Was auch immer der Grund ist, tödliche Gewalt ist abscheulich und niemals zu rechtfertigen.“ „Papst Franziskus nimmt im Gebet an den Leiden der Verletzen und der Familien der Verstorbenen teil und fordert alle dazu auf, sich mit jedem Mittel der Verbreitung des Hasses und jeder Form der Gewalt entgegenzustellen“, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

In Nizza gedenken hunderte Menschen mit "Je Suis Charlie"-Plakaten den Opfern des Anschlags in Paris.
In Nizza gedenken hunderte Menschen mit "Je Suis Charlie"-Plakaten den Opfern des Anschlags in Paris.Foto: AFP

20:30 Uhr: Führende religiöse Vertreter Frankreichs haben den Terroranschlag gegen das islamkritische Magazin „Charlie Hebdo“ verurteilt. Dalil Boubakeur vom islamischen Dachverband in Frankreich CFCM sprach von einem „Schlag gegen die Gemeinschaft der Muslime“. Vertreter von Christen, Muslimen und Juden waren zuvor bei Präsident François Hollande im Élyséepalast. Sie kündigten für diesen Donnerstag ein Treffen an, um sich auf eine gemeinsame Initiative zu verständigen.

20:06 Uhr: Bei der spontanen Gedenkfeier vor der Französischen Botschaft in Berlin haben sich auch etliche Künstler, Politiker und Prominente versammelt. In der Menge äußerten auch Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Ulrich Schreiber, Direktor vom Internationalen Literaturfestival Berlin, ihr Entsetzen über die Tat. Auch die Autoren Peter Schneider und Monika Maron nahmen am spontanen Gedenken auf dem Pariser Platz teil. Einige Anwesende wärmten in der Kälte ihre Hände an Kerzen.

20:00 Uhr: Zehntausende Menschen haben in ganz Frankreich bei Trauerkundgebungen der zwölf Opfer des Anschlags auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris gedacht. In der Hauptstadt versammelten sich am Platz der Republik mehr als 5000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. In der Menge hielten manche Schilder hoch mit der Aufschrift "Ich bin Charlie", andere hatten Kerzen mitgebracht.

Reaktionen auf den Anschlag in Paris
Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir mahnte zur Besonnenheit.
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07.01.2015 19:51Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir mahnte zur Besonnenheit. "Wir sollten den Fanatikern nicht den Gefallen tun, den Islam pauschal...

In Lyon kamen laut Polizei bis zu 15.000 Menschen zusammen, im südfranzösischen Toulouse waren es etwa 10.000. In beiden Städten riefen Menschen "Charlie", in Toulouse wurden Stifte als Zeichen für die Meinungs- und Pressefreiheit hochgehalten. Im westfranzösischen Nantes versammelten sich etwa 5000 Menschen, darunter Ex-Premierminister Jean-Marc Ayrault.

19:45 Uhr Auch der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Ralf Wieland (SPD), kam zum spontanen Gedenken vor der französischen Botschaft auf dem Pariser Platz. Mord und Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung „seien inakzeptabel und dürften nicht ohne Widerspruch bleiben“, sagte Wieland. "Dieser barbarische Akt ist nicht nur ein Angriff auf die Pressefreiheit, sondern auf die Demokratie insgesamt."

19:30 Uhr: Wut, Trauer - und Satire: Weltweit reagieren Menschen betroffen und wütend auf den Terroranschlag von Paris Viele warnen aber auch vor falscher Hetze. Die "Titanic" will den Humor nicht verlieren. Wie die Reaktionen genau ausfallen können Sie hier nachlesen.

18:55 Uhr: Die Akademie der Künste gegenüber der französischen Botschaft am Pariser Platz liegt im Dunkeln. Seltsam, hier die Kundgebung vor der Botschaft, dort geschlossene Türen. Eigentlich erwartet man eine spontane Veranstaltung in der Akademie zum Massaker in der Pariser Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo". Akademie-Präsident Klaus Staeck ist selber Karikaturist und Plakatkünstler. Die Redakteure des Internet-Kulturmagazins "Perlentaucher" hatten am Mittwochnachmittag in der Akademie wegen eines Raums nach der Kundgebung angefragt. Es sei dort nichts geplant, auch in den nächsten Tagen nicht, hieß es seitens einer Mitarbeiterin, auch sei Klaus Staeck nicht in Berlin. Auf Nachfrage bestätigt Staeck dies, er ist in Heidelberg. Und man denke sehr wohl über eine baldige Veranstaltung nach. Nach solchen Ereignissen schade es im übrigen nicht, so Staeck, ein, zwei Tage innezuhalten. Mohammed-Karikaturen, so Staeck, solle man nach dem Pariser Anschlag weiterhin zeigen. Meinungsfreiheit und damit auch Satire stehe unter dem Schutz des Grundgesetzes, so Staeck auch gegenüber "Radio 1". Er sei nicht bereit, sich "mittelalterlichen Vorstellungen zu beugen. Wenn wir klein beigeben, haben wir verloren." Die West-Berliner Akademie der Künste hatte 1989, nach der Fatwa gegen Salman Rushdie, die Durchführung einer Veranstaltung zur Solidarität mit dem Autor der "Satanischen Verse" aus Sicherheitsgründen verweigert. Damals wurde die Akademie von Walter Jens geleitet.

Auf dem Pariser Platz haben sich mehrere hundert Menschen versammelt. Hier hält ein Mann eine Ausgabe der Satirezeitung "Charlie Hebdo" in der Hand.
Auf dem Pariser Platz haben sich mehrere hundert Menschen versammelt. Hier hält ein Mann eine Ausgabe der Satirezeitung "Charlie...Foto: dpa

18:30 Uhr: Der Pariser Platz ist mittlerweile gut gefüllt. Etwa 300 Menschen haben sich versammelt, vor der französischen Botschaft haben Menschen spontan Blumen, Kerzen und "Je Suis Charlie"-Plakate auf einer Querstrebe an einem Fenster der Französischen Botschaft abgelegt. Die Polizei schirmt den kleinen Garten davor und das Gebäude ab, um die Sicherheit zu gewährleisten. Es sind keine Lautsprecher oder Mikrofone vorhanden. Auch viele Teilnehmer des Gedenkens haben ausgedruckte oder handgeschrieben "Je Suis Charlie"-Plakate dabei. Gelegentlich ruft die Menge "Vive la liberté de la presse!", es lebe die Pressefreiheit. Ein deutscher Demonstrant bezeichnet den Anschlag als Angriff auf unsere Grundrechte und spricht sich für eine europaweite Solidarität aus.

Der Tagesspiegel-Titel vom 08.01.2015.
Der Tagesspiegel-Titel vom 08.01.2015.Foto: Tagesspiegel

18:00 Uhr: Vor der französischen Botschaft in Berlin haben sich bereits rund 100 Menschen versammelt. Die Polizei leitete die Menge aus Sicherheitsgründen allerdings einige Meter weg von der Botschaft zentral auf den Pariser Platz. Gekommen sind hauptsächlich Franzosen, darunter viele junge Erasmus-Studenten, die Versammlung ist sehr spontan. Eine Französin verteilt weiße Zettel und Stifte. Die Stimmung ist bedrückt, die Menschen sind bestürzt. Eine junge Frau äußert sich schockiert über das Attentat und sagt mit französischem Akzent, sie wolle Präsenz zeigen und ihre Solidarität mit den Opfern ausdrücken.

17:45 Uhr: Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, interpretiert den Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida. „All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft“, sagte Gauland am Mittwoch. Der tödliche Angriff auf die Redaktion des französischen Satiremagazins sei ein Anschlag auf Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit. Er fügte hinzu: „Das Massaker von Paris zeigt auch, wie fragil und schutzbedürftig die Grundwerte unserer Gesellschaft sind. Vor diesem Hintergrund erhalten die Forderungen von Pegida besondere Aktualität und Gewicht.“ Die etablierten Parteien sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie bei ihrer Haltung, „die Menschen von Pegida weiter zu diffamieren“, bleiben wollten.

Auch die französische Botschaft in Berlin hat die Flagge auf Halbmast gesetzt.
Auch die französische Botschaft in Berlin hat die Flagge auf Halbmast gesetzt.Foto: dpa

17:40 Uhr: "Frankreich ist heute in sein Herz getroffen worden": Bei einem Besuch auf einer Pariser Polizeiwache hat sich Premierminister Manuel Valls am Montag erschüttert gezeigt über den tödlichen Angriff auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo". "Jeder Franzose ist heute getroffen, bestürzt." Auf der Polizeiwache traf Valls unter anderem die beiden Kollegen, die mit einem der zwei bei dem Angriff getöteten Polizisten zusammengearbeitet hatten. "Sie sind bestürzt, natürlich, wie wir. Männer, Frauen, gerötete Augen, Tränen und zugleich zäh. Sie wissen, dass sie der Schutzschild der Franzosen sind." Der Regierungschef versprach seinen Landsleuten, Polizei und Justiz würden alles tun, um die flüchtigen Angreifer zu fassen. "Das ist das einzige, was ich sagen kann."

17:30 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat Youtube aufgefordert, besonders schlimme Aufnahmen des Terroranschlags in Paris wieder zu entfernen. „Vieles kann man bei YouTube sehen“, sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. „Und nicht alles, was jetzt irgendwie dort bisher eingestellt ist, sollte vielleicht dort bleiben.“ YouTube gehört zum amerikanischen Internet-Konzern Google. Auf der Plattform sind zahlreiche Handyvideos zu sehen, in denen der Anschlag zu sehen ist.

17:26 Uhr: Der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" erschüttert die Welt. Er reiht sich ein in eine Serie von Terrorakten, die nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder in Europa passierten. Ob Islamisten, Rechtsradikale oder linke Terroristen: sie alle töteten Menschen mit Bomben oder zuletzt immer häufiger mit Handfeuerwaffen. Die Dokumente des Terrors finden Sie hier.

Dokumente des Terrors
Verheerende Terroranschläge wie der auf die Pariser Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" haben in Europa eine lange Geschichte. Mitglieder der Terrororganisation "Schwarzer September" stürmten während der Olympischen Sommerspiele in München 1972 das Quartier der israelischen Mannschaft und nahmen elf Geiseln.
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07.01.2015 15:17Verheerende Terroranschläge wie der auf die Pariser Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" haben in Europa eine lange Geschichte....

17:12 Uhr: Hassen Chalghoumi, der Imam von Drancy hat sich gegenüber dem "Figaro" zu den mutmaßlich religiös motivierten Attentaten geäußert. Er kritisierte die Täter heftig: "Von welchem Propheten reden sie? Den von ihren Internetseiten, ihre Gurus! Nicht vom Propheten der Liebe, der Toleranz, der Vergebung. Auch nicht des Islams in Frankreich oder des Islams generell. Wir haben nicht denselben Propheten." Er werde beim Freitagsgeben für die Opfer des Attentats beten. "Die Opfer sind Märtyrer." Chalghoumi hatte "Charlie Hebdo" bereits beim Streit um die Mohammed-Karikaturen verteidigt. Er erreichte als Befürworter des französischen Burka-Verbots große Bekanntheit. Er war schon kurz nach dem Angriff auf "Charly Hebdo" vor Ort.

16:32 Uhr: Nach Informationen von Le Monde sind die Büros der Flammarion Verlags gegen 15:30 Uhr evakuiert worden. 450 Angestellte mussten die verschiedenen Verlagsgebäude aus Sicherheitsgründen verlassen. Der Verlag veröffentlichte unter anderem Bücher von Michel Houellebecq, dessen politische Fiktion "Unterwerfung" von einem Frankreich der Zukunft handelt, in dem ein islamischer Präsident regiert. Flammarion verlegt aber auch Bücher des Ökonom Bernard Maris, der Stunden zuvor bei "Charlie Hebdo" war und bei dem Attentat ermordet wurde.

16:21 Uhr: Auch die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ reagiert und verschärft die Sicherheit in ihren Redaktionshäusern. "Die Beobachtungen und das Sicherheitsniveau an unseren Standorten in Kopenhagen und Viby sind erhöht worden", heißt es in einer E-Mail an die Mitarbeiter des Verlages vom Mittwoch, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die „Jyllands-Posten“ hatte 2005 zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, die heftige Reaktionen in der islamischen Welt ausgelöst hatten. Ein Anschlag auf die Redaktion in Kopenhagen hatte 2010 vereitelt werden können.

In Paris und in der Großregion Îles-de-France gilt die höchste Terrorstufe.
In Paris und in der Großregion Îles-de-France gilt die höchste Terrorstufe.Foto: AFP

16:13 Uhr: Das deutsche Satiremagazin Titanic hat sich für einen Liveticker in eigener Sache entschieden. Allerdings gab es da vor allem via Twitter auch sehr viel Kritik. Genauso muss Erika Steinbach viel Kritik für ihren Tweet einstecken, weil sie mit einem zwinkernden Smiley geschrieben hat, dass man nur die katholische Kirche kritisieren dürfe, "sonst lebensgefährlich".

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