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Anschlag auf Synagoge in Jerusalem : Drei US-Bürger und ein Brite getötet

Erneut gibt es einen blutigen Anschlag in Israel. Zwei mutmaßlich arabische Angreifer sollen in einer Synagoge in Jerusalem mit Messern und Äxten auf Betende losgegangen sein. Drei US-Bürger und ein Brite wurden getötet. Die Hamas bejubelt das Attentat.

Israelische Sicherheitskräfte in der Nähe der Synagoge im Jersualemer Stadtteil Nar Hof.
Israelische Sicherheitskräfte in der Nähe der Synagoge im Jersualemer Stadtteil Nar Hof.Foto: Reuters

Bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem sind am Dienstag vier Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Bei den Todesopfern handelt es sich um drei US-Bürger und einen Briten. Dies teilte die
israelische Polizei am Dienstag mit. Die beiden Attentäter wurden von Sicherheitskräften erschossen.
Israelische Medien berichteten, die beiden Angreifer aus dem arabischen Ostteil Jerusalems hätten in dem Stadtteil Har Nof Betende mit Messern und Äxten angegriffen. Sie hätten auch mit einem Revolver geschossen. Herbeigerufene Polizisten hätten die beiden nach einem kurzen Feuergefecht getötet. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht.

Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas begrüßte den Anschlag als „heroische Tat“. Hamas-Sprecher Muschir al Masri sprach von einer „natürlichen Reaktion“. Es sei die Rache für den Tod eines arabischen Busfahrers, sagte der Sprecher. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer „Hinrichtung“ des Fahrers. Nach Angaben der israelischen Polizei hatte der am Sonntagabend erhängt in einem Bus aufgefundene Palästinenser Selbstmord begangen. Seine Familie beschuldigt jedoch jüdische Extremisten, hinter der Tat zu stehen.

Benjamin Netanjahu gibt Mahmud Abbas Mitschuld

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vor, für den blutigen Anschlag in Jerusalem mitverantwortlich zu sein. Der Angriff sei „das direkte Ergebnis der Hetze von Hamas und Abbas, die von der internationalen Gemeinschaft auf unverantwortliche Weise ignoriert wird“, teilte Netanjahu am Dienstag mit.

„Wir werden mit harter Hand auf den grausamen Mord an Juden reagieren, die beten wollten und die von heimtückischen Mördern getötet wurden“, sagte er. Netanjahu berief für den Mittag eine Sicherheitsberatung ein.
Abbas gehört nicht zur radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas, die den Anschlag in Jerusalem begrüßt hat.

Abbas selbst verurteilte den tödlichen Anschlag. Er sei grundsätzlich gegen die Tötung von Zivilisten auf beiden Seiten, sagte Abbas nach Angaben seines Büros. Der Präsident verurteile "die Tötung von Betenden in einem Gotteshaus im Westen Jerusalems". Gleichzeitig forderte er Israel auf, Provokationen auf dem Tempelberg in Jerusalem und in den Palästinensergebieten zu unterlassen. "Es ist an der Zeit, die Besatzung zu beenden und damit die Auslöser von Spannungen und Gewalt." Man sei weiter einer Zwei-Staaten-Lösung in der Region verpflichtet.

Die zwei Palästinenser, die in der Synagoge in Jerusalem vier jüdische Betende getötet haben, stammen aus dem arabischen Ostteil der Stadt. Palästinensische Medien berichteten am Dienstag, es handele sich um Udai Abu Dschamal (22) und Ghassan Abu Dschamal (27). Die Cousins, die bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet wurden, kämen aus dem Viertel Dschabal al Mukaber in Ost-Jerusalem. Die israelische Polizei geht nach ersten Berichten davon aus, dass es sich um einen Anschlag von Einzeltätern handelt, die nicht von einer Terrororganisation beauftragt wurden. Zahlreiche israelische Sicherheitskräfte seien im Bereich ihrer Wohnhäuser in Ost-Jerusalem im Einsatz, hieß es.

Steinmeier warnt vor neuer Spirale der Gewalt

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Anschlag vor einer neuen Spirale der Gewalt gewarnt. „Dass Gotteshäuser zum Schauplatz von tödlichen Angriffen auf unschuldige Gläubige werden, ist eine schreckliche Grenzüberschreitung in einer ohnehin extrem angespannten Lage“, sagte Steinmeier am Dienstag bei einem Besuch in Kiew. Die Überlagerung mit religiöser Konfrontation gebe dem Nahost-Konflikt eine „neue gefährliche Dimension“. „Ich hoffe, dass das nun auch ein lauter Weckruf ist.“ Die beiden arabischen Angreifer hatten Betende in einer Synagoge mit Messern und Äxten angriffen. Vier Juden starben an den Folgen ihrer Verletzungen. Polizisten erschossen die Angreifer.

In den vergangenen Wochen war es in Israel immer wieder zu Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Es gab auch eine Serie von Anschlägen auf Israelis. Ein Auslöser der Spannungen war der Streit um die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalems Altstadt, der Juden und Muslimen heilig ist. (dpa)

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