Anschlag in Kairo : Polizeigeneral stirbt bei Attentat

Ein General der Ordnungspolizei ist in Ägypten einem Attentat zum Opfer gefallen. Unterdessen hebt Washington den Stopp der Militärhilfe für die Machthaber in Kairo teilweise auf.

Gespannte Lage. Ein Polizist bei einem Einsatz gegen Anhänger der Muslimbruderschaft in Kairo. Das Foto entstand in der vergangenen Woche.
Gespannte Lage. Ein Polizist bei einem Einsatz gegen Anhänger der Muslimbruderschaft in Kairo. Das Foto entstand in der...Foto: rtr

Bei einem Bombenanschlag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist am Mittwoch ein ranghoher Polizeibeamter getötet worden. Unter dem Auto von Kommandeur Ahmed Saki im Westen der Stadt sei eine Bombe explodiert, teilten Vertreter der Sicherheitskräfte mit. Saki ist der dritte ägyptische Polizeigeneral, der seit Jahresbeginn einem Anschlag zum Opfer fiel.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juli durch das Militär häufen sich in Ägypten Anschläge und Angriffe auf Polizisten und Soldaten. Mehr als 500 Sicherheitskräfte wurden seither getötet. Die Behörden machen in der Regel Islamisten dafür verantwortlich.

Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Härte gegen die Islamisten vor. Seit der Absetzung Mursis wurden nach einer Schätzung von Amnesty International mehr als 1400 Demonstranten von Polizisten und Soldaten getötet. Mehr als 15 000 Anhänger von Mursis Muslimbruderschaft wurden verhaftet, hunderte in Eilverfahren zum Tod verurteilt.

USA liefern Kampfhubschrauber

Unterdessen hebt Washington gut sechs Monate nach dem Einfrieren großer Teile der Militärhilfe für Ägypten den Stopp teilweise auf. Das Verteidigungsministerium in Washington teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, es sollten zehn Kampfhubschrauber vom Typ Apache an Kairo ausgeliefert werden. Diese sollten bei der Bekämpfung radikaler Islamisten auf der Sinai-Halbinsel zum Einsatz kommen.

Nach Mursis Sturz und der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste seiner Anhänger in den folgenden Wochen hatten die USA ihre Militärhilfe vorerst weitgehend gestoppt. Washington machte die Wiederaufnahme damals von einem „glaubwürdigen Prozess hin zu einer demokratisch gewählten zivilen Regierung“ abhängig.

Nun hieß es aus Kreisen der US-Regierung, der Prozess lasse noch zu wünschen übrig. Allerdings habe sich die Übergangsregierung zum Friedensvertrag mit Israel aus dem Jahr 1979 bekannt. Kairo ist für Washington seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags ein Verbündeter im Nahen Osten. Die US-Regierung unterstützt Ägyptens Armee seither regelmäßig mit Milliardensummen. (AFP)

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