Anstieg um 700 Personen auf 4500 : Szene der Salafisten in Deutschland wächst

Im vergangenen Jahr haben sich 700 weitere Menschen den Salafisten angeschlossen. Damit zählt der Verfassungsschutz 4500 Salafisten insgesamt hierzulande. Ein Anführer der Szene aus Berlin will sich unterdessen den Kämpfern in Syrien anschließen.

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Eine Szene vom Salafisten-Treffen Mitte Januar in Berlin.
Eine Szene vom Salafisten-Treffen Mitte Januar in Berlin.Foto: dpa

Die Szene der Salafisten in Deutschland ist nach Informationen des Tagesspiegels im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Die Zahl der Personen, die dem Spektrum zuzurechnen sind, sei auf 4500 gewachsen, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Anfrage mit. Im Jahr 2011 hatte der Nachrichtendienst noch 3800 Salafisten festgestellt. Den größten Zulauf hatte die Szene in Nordrhein-Westfalen. Dort verdoppelte sich die Zahl der Salafisten auf 1000 Personen.

Die Übergänge zwischen militanten und nur politischen Salafisten seien fließend, sagten Sicherheitsexperten dem Tagesspiegel. Eine Unterscheidung sei nicht mehr sauber zu definieren. Bei den Krawallen vom Mai 2012 in Solingen und Bonn hätten sich auch Salafisten beteiligt, die zuvor nicht als gewaltorientiert gegolten hatten.

Sicherheitskreisen liegen zudem Hinweise vor, dass sich einer der Anführer der Salafistenszene in Deutschland, der aus Berlin stammende Denis Cuspert, islamistischen Kämpfern in Syrien anschließen will. Cuspert, der früher als Rapper "Deso Dogg" bekannt war, wäre dann der erste Dschihadist aus Deutschland, der im syrischen Bürgerkrieg mitkämpft, sagte ein Experte. Im Mai 2012 war Cuspert nach Ägypten ausgereist und soll Kontakte zu Islamisten aufgenommen haben, die Al Qaida nahestehen. Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Behörden insgesamt 58 Reisen von Salafisten aus der Bundesrepublik nach Ägypten registriert.

   

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