Arabischer Frühling : Ägyptens Frauen - die großen Verliererinnen

Seite an Seite mit den Männern kämpften Ägyptens Frauen für Demokratie – von der Macht aber bleiben sie weitgehend ausgeschlossen.

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Enttäuschte Hoffnungen. Im Januar und Februar 2011 waren sie Teil des Arabischen Frühlings. Zehntausende demonstrierten tagelang auf dem Tahrir-Platz in Kairo.Weitere Bilder anzeigen
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21.12.2011 09:06Enttäuschte Hoffnungen. Im Januar und Februar 2011 waren sie Teil des Arabischen Frühlings. Zehntausende demonstrierten tagelang...

Die Bilder gingen um die Welt: Eine Horde Soldaten zerrte eine junge Frau über den Tahrir-Platz. Mit Knüppeln droschen die Uniformierten auf die am Boden Liegende ein. Einer trat ihr mit seinem Stiefel ins Gesicht, ein zweiter in den Magen, am Ende blieb das Opfer halb nackt und leblos auf dem Asphalt liegen. „Eine Schande“, empörte sich US-Außenministerin Hillary Clinton. Frauen hätten genauso wie die Männer für die Revolution ihr Leben riskiert. Nun aber würden sie in Ägypten öffentlich erniedrigt und „systematisch von der Macht ausgeschlossen“.

Ein Jahr nach dem Sturz von Hosni Mubarak ist klar: Im post-revolutionären Ägypten sind die Frauen die großen Verlierer. Nächste Woche gibt es die amtliche Bilanz der ersten demokratischen Parlamentswahlen – für die Frauen am Nil wird sie niederschmetternd ausfallen. Höchstens ein Dutzend weibliche Abgeordnete hat es in die neue 498-köpfige Volksvertretung geschafft. Die unter Hosni Mubarak eingeführte Zwölfprozentfrauenquote wurde vom Obersten Militärrat gestrichen. Die Parteien waren lediglich verpflichtet, auf ihren Kandidatenlisten mindestens eine Frau zu nominieren – als Alibi sozusagen. Die extrem konservativen Salafisten weigerten sich sogar, ihre Kandidatin auf Wahlplakaten überhaupt abzubilden. Zu sehen waren nur die bärtigen Bewerber, das Frauenfoto wurde durch eine Blume ersetzt. Auch bei der straff organisierten Muslimbruderschaft, die mit rund 220 Sitzen die mit Abstand stärkste Fraktion der künftigen Volksvertretung stellt, stehen Frauenrechte nicht hoch im Kurs. Ihre Politiker sind konservativ und streng religiös, das Familienbild traditionell, autoritär und patriarchalisch.

Auch in der 100-köpfigen verfassunggebenden Versammlung, die sich Ende Februar aus den Reihen des neu gewählten Parlaments rekrutieren soll, werden Frauen damit praktisch nicht vertreten sein. In der vom Obersten Militärrat ernannten Übergangsregierung finden sich unter den 30 Kabinettsmitgliedern lediglich drei Frauen, weniger als zu Mubaraks Zeiten. Alle 27 Gouverneure sind Männer. Und der neue Präsident, der Ende Juni gewählt werden soll, wird ebenfalls ganz sicher wieder ein Mann.

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