Atompoker mit dem Iran : Positive Signale von allen Verhandlungsseiten

Die Atomgespräche mit dem Iran ziehen sich insgesamt schon seit zwölf Jahren hin. Am Sonntag gab es Signale, dass ein Deal abgesegnet werden könnte.

von
Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif (links) bespricht sich während der Atomgespräche in Wien mit Hussein Fereydoun, dem Bruder des iranischen Präsidenten. AFP
Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif (links) bespricht sich während der Atomgespräche in Wien mit Hussein Fereydoun, dem...Foto: AFP

Die internationalen Verhandlungen zur Entschärfung des möglichen iranischen Atomwaffenprogramms gingen am Sonntagnachmittag in die heiße Phase. Die Aussagen von US-Außenminister John Kerry und anderer Beteiligter deuteten auf die Möglichkeit einer bevorstehenden Einigung in Wien hin – nach mehr als zweiwöchigen Gesprächen. Insgesamt ziehen sich die Gespräche mit dem Iran seit zwölf Jahren hin. Der Atomstreit gilt als eine der gefährlichsten Krisen der Welt.

„Ich glaube, wir bewegen uns auf einige wirkliche Entscheidungen zu“, sagte US-Außenminister Kerry, bevor er sich auf den Weg zu einer Messe machte. „Ich bleibe hoffnungsvoll. Hoffnungsvoll.“ Es blieben aber noch einige Dinge zu erledigen, betonte Kerry.

Aus dem Berliner Auswärtigen Amt hieß es, man habe „die entscheidende Phase“ der Verhandlungen erreicht. Ähnliche Einschätzungen waren von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius zu vernehmen. Auch die iranische Seite äußerte sich zuversichtlich. Im Laufe des Sonntags sollte der russische Außenminister Sergej Lawrow wieder in Wien eintreffen – ein klares Signal, dass ein Deal abgesegnet werden könnte.

Die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats – USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien – sowie Deutschland (P5 plus 1) streben ein Abkommen mit dem Iran über dessen Nuklearprogramm an. Die P5 plus 1 wollen das Programm so weit abbauen, dass der Iran die Kernenergie nur zivil nutzen kann. Der Weg zum Bau von Atomwaffen soll dem Mullah-Regime auf lange Zeit versperrt werden. Im Gegenzug verlangt der Iran die Aufhebung der Sanktionen, die zu erheblichen Verlusten für Irans Wirtschaft führen. Umstritten waren bei den Verhandlungen in Wien etwa die Inspektionen iranischer Einrichtungen, um die Umsetzung eines möglichen Abkommens zu überprüfen.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar