Politik : Bei ihren Chefs sind die Krankenkassen großzügig

Berlin - Der Wechsel von Barmer-Chefin Birgit Fischer zur Pharmalobby hat deutlich gemacht, dass die Vorstandsgehälter der gesetzlichen Krankenversicherung noch mächtig zu toppen sind. Doch 2010 stiegen auch die Einkünfte der Kassenvorstände. 69 von 114 Versicherern zahlten ihrem Spitzenpersonal teils deutlich mehr als im Vorjahr – trotz eines Gesamtdefizits von knapp 450 Millionen Euro.

Als Spitzenverdiener behauptete sich Norbert Klusen von der Techniker-Krankenkasse. Sein Jahresgehalt stieg auf 278 160 Euro, das sind 8000 Euro mehr als im Vorjahr. Platz zwei erklomm der Chef der fusionierten Signal-Iduna-IKK, Torsten Leonhard, mit 259 600 Euro. DAK-Vorstand Herbert Rebscher verbesserte sich um 5000 auf 241 000 Euro – obwohl er seinen Mitgliedern einen Zusatzbeitrag von acht Euro zumutet. Auch bei der KKH-Allianz macht sich der Zusatzbeitrag nicht im Vorstandssalär bemerkbar. Ingo Kailuweit verdiente 224 655 Euro. Die BKK Gesundheit leistet sich seit der Fusion 2009 zwei Vorstände – den einen für 170 000, den andern für 180 000 Euro. Bei den Ortskrankenkassen lagen die höchstmöglichen Bezüge in sechs Fällen über 200 000 Euro. An der Spitze: die AOK Plus, die ihrem Chef bis zu 233 250 Euro gewährt. Die angeschlagene BKK für Heilberufe kürzte das Gehalt ihres Vorstands Hans-Joachim Röminger zwar um 40 Prozent auf 86 000 Euro. Allerdings fungiert der Mann noch als Chef der Pronova-BKK, dort bekam er sein Gehalt um nahezu den gleichen Betrag aufgestockt – auf knapp 200 000 Euro.

Der Bundesrechnungshof hat sich wiederholt über zu hohe Gehälter der Kassenchefs beklagt. 130 000 Euro müssten reichen, meint man dort. Barmer-Chefin Fischer kann darüber nur lachen. Beim Verband forschender Arzneimittelhersteller erhält sie ab Mai nicht mehr 210 000 Euro, sondern nach Schätzung von Branchenexperten mehr als das Doppelte: rund 440 000 Euro. raw

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