Beitrittsverhandlungen : Erdogan: Türkei braucht keine EU-Mitgliedschaft mehr

Der Präsident demonstriert Stärke: Eine Zugehörigkeit zur Europäischen Union hält er für verzichtbar - aber die Beitrittsverhandlungen beenden will er nicht.

Recep Tayyip Erdogan am Sonntag im Parlament.
Recep Tayyip Erdogan am Sonntag im Parlament.Foto: Adem Altan/AFP

Die Türkei ist nach Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht mehr auf eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union angewiesen. Sein Land werde aber nicht die Seite sein, die die Beitrittsverhandlungen einseitig beende, sagte Erdogan am Sonntag vor dem Parlament in Ankara.

Die seit zwölf Jahren andauernden Beitrittsgespräche liegen derzeit auf Eis. Nach dem Putschversuch in der Türkei im vergangenen Jahr haben sich die Beziehungen zwischen der Regierung in Ankara und der EU deutlich verschlechtert. Die EU wirft der Türkei vor, zu hart gegen mutmaßliche Unterstützer des Putsches vorzugehen. Zehntausende Menschen, darunter auch Lehrer und Journalisten, wurden festgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will beim EU-Gipfel Mitte Oktober mit den anderen Mitgliedsländern der Staatengemeinschaft darüber beraten, ob die Beitrittsgespräche beendet oder nur ausgesetzt werden sollen. (Reuters)

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