Belgien und der Terror : Brüssel hat entsetzliche Fehler gemacht

Immer wieder Brüssel. Immer wieder Belgien, der kleine Staat im Herzen Europas, der klug agieren, den Islamisten keinen Grund zur Eskalation geben will - aber Fehler über Fehler macht. Ein Kommentar.

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Eine Miniaturskulptur von Manneken Pis hält die belgische Flagge. Am Place de la Bourse (Beursplein) in Brüssel trauern  die Menschen.
Eine Miniaturskulptur von Manneken Pis hält die belgische Flagge. Am Place de la Bourse (Beursplein) in Brüssel trauern die...Foto: AFP

Brüssel, das Herz von Europa. Brüssel, das Herz des Terrors. Riesige Sicherheitslücken treten zutage, und die lassen das Blut in den Adern gefrieren. Ja, Anschläge gibt es wieder und wieder, aber diese ... Die zeigen eine andere Qualität.

Der IS, dieser verbrecherische Antistaat, der sich gegen jede aufgeklärte Werteordnung richtet, wehrt sich mit allen, wohlgemerkt: allen Mitteln. Je mehr er in Nah- und Mittelost unter Druck gerät, desto weiter wird er ausgreifen in seinen Vergeltungsschlägen, und umso härter werden sie werden. Er will Schrecken verbreiten und Angst. Das ist ihm gelungen.

Dabei wollten die belgischen Sicherheitsbehörden klug sein. Sie wollten auf keinen Fall in zurückliegender Zeit in der großen muslimischen Gemeinde Brüssels eskalieren oder den Muslimen hier wie dort auch nur irgendeinen Grund zur Eskalation bieten. Deshalb haben sie sich zurückgehalten. Hinterher ist man immer schlauer - heute werden sie selbst wissen: Es war ein Fehler. Ein Fehler, den Drahtzieher der Anschläge von Paris so lange nicht festgesetzt zu haben. 

Der Versuch, die Kontrolle zu behalten, hat zu einem entsetzlichen Kontrollverlust geführt. Wie man heute weiß, wurde in Belgien vom IS ein Wissenschaftler ausgespäht, mit dessen Wissen eine schmutzige Bombe, oder eine Atombombe, hätte gebaut werden können. Und da hat sich außerdem einer ihrer Anhänger als Mitarbeiter bis in den innersten Sicherheitsbereich eines Atomkraftwerks einschleichen können. Eine erschreckende Nachricht nach der anderen wird bekannt. Und es werden noch mehr werden.

Aber immerhin: Die Fehler kommen ans Licht. Europa kann vereint darauf reagieren - mit Bündelung seiner Kräfte. Die Nachrichten, die Polizei, sie alle können ihre Partner unterstützen, bei der Aufklärung wie bei der Prävention. Und Brüssel, das Herz Europas, benötigt angesichts dieser vielen Mängel einen europäischen Bypass. Zur Sicherheit.

Explosionen erschüttern Brüssel
Eine Nachricht auf einer Straße in Brüssel.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Yoan Valat/dpa
23.03.2016 23:27Eine Nachricht auf einer Straße in Brüssel.

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