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Bettina Wulffs Buch : Bitterkeit in jeder Zeile

11.09.2012 00:00 Uhrvon
Ehre verteidigen. Bettina Wulff ist entsetzt über die unseriösen Berichte einiger Medien. Ansonsten erzählt sie aus dem Leben an der Seite von Christian Wulff.Bild vergrößern
Ehre verteidigen. Bettina Wulff ist entsetzt über die unseriösen Berichte einiger Medien. Ansonsten erzählt sie aus dem Leben an der Seite von Christian Wulff. - Foto: dpa

Sie wurde bewundert, angefeindet, verlacht und auch verachtet - nun hat Ex-First-Lady Bettina Wulff ein Buch geschrieben. Besonders ausführlich nimmt sie darin Stellung zu den Gerüchten um eine vermeintliche Vergangenheit im Rotlichtmilieu.

Kerzengerade, den Kopf aufrecht und den Blick selbstbewusst in das Blitzlichtgewitter gerichtet – so hat Bettina Wulff am 17. Februar im Schloss Bellevue gestanden, als ihr Mann seinen Rücktritt erklärte. Eine junge Frau, die wenige Monate zuvor aus Hannover nach Berlin gekommen war, um die erste Dame des Landes, die First Lady zu werden. Die ihre kleinen Kinder den Freunden entreißen und in eine ungemütliche Dienstvilla in Berlin verfrachten musste.

Der niemand erklärt hatte, welches Kleid man trägt, wenn man Prinzessinnen begegnet und die sich Zärtlichkeiten mit ihrem Mann in Hotelbetten verkniffen hat, weil nebenan die Bodygards saßen und die Wände dünner waren, als man denkt.

Fast zwanzig Monate lang spielte Bettina Wulff diese Rolle. Sie wurde bewundert, angefeindet, verlacht und auch verachtet. Gerüchte über eine halbseidene Vergangenheit wurden ihr vom Chefredakteur der Bild-Zeitung zum Frühstück präsentiert, ihr Zuhause im niedersächsischen Großburgwedel madig gemacht, ihr Mann als Lügner und eitler Selbstbediener hingestellt. „Ich spürte in mir eine innere Leere“, sagt Bettina Wulff über den letzten Vormittag im Schloss des Bundespräsidenten an jenem Februartag.

Bildergalerie: Bettina Wulff geht in die Offensive

Nun legt Frau Wulff ein Buch („Jenseits des Protokolls“) vor, in dem sie diese Zeit aus ihrer ganz persönlichen Sicht beschreibt. 223 Seiten Tagebuch der Ehefrau eines gescheiterten Bundespräsidenten, einer Frau auf dem Weg aus Schloss Bellevue zurück zu sich selbst. Ab Mittwoch soll es im Buchhandel zu kaufen sein. Doch spätestens seit dem Wochenende überschlagen sich schon wieder die Gerüchte.

War Bettina Wulff eine Prostituierte, arbeitete sie für einen Escord-Service in Hannover? Oder hat sie womöglich sogar derartigen, über sie seit langem im Internet kursierenden Gerüchten jetzt erst selbst neue Nahrung gegeben? Indem sie vor Gericht zog just zu einer Zeit, in der ihr Buch erscheinen soll. Man weiß ja, wie so etwas läuft. Und so vermutet der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken, am Montag auch sofort: „Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen.“

„Mama, habt Ihr gelogen?“ Mit dieser einfachen Frage steigt Bettina Wulff in ihr Buch ein. Es ist die Frage, die ihr achtjähriger Sohn ihr gestellt hat, als sie nach jenem 17. Februar fluchtartig Berlin verlassen und sich hinter den Gardinen ihres Hauses in Großburgwedel versteckt haben. Der kleine Leander liest die Schlagzeilen der Zeitungen, er sieht die Fotografen vor dem Haus. und er wird von Mitschülern gemobbt. Seine Mutter und ihr Mann Christian waren bis jetzt, wie wohl bei fast jedem Kind, die unerschütterlichen Festen im Leben. Die Orte, wo Wahrheit keine Frage, sondern Tatsache ist. „Habt ihr gelogen?“

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Sie waren zusammen im Afghanistan-Einsatz. Jetzt sitzen sie auf entscheidenden Posten im Ministerium. Sie prägen das Bild, das sich die Ministerin macht. Sie bestimmen Ausrichtung, Struktur und Selbstverständnis der Truppe. Welche Folgen hat das für Deutschlands Sicherheit?
Eine Recherchekooperation des Tagesspiegels mit dem ARD-Magazin "Fakt".

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