Bilanz für 2014 : Dresden-Tourismus boomt trotz Pegida

Trotz oder wegen Pegida - der Fremdenverkehr in Dresden hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Das gilt auch für die Monate seit dem Start der Anti-Islam-Demonstrationen im Herbst.

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Pegida-Demonstration am 22. Dezember - mit Gästen aus Bayern
Pegida-Demonstration am 22. Dezember - mit Gästen aus BayernFoto: Hendrik Schmidt/dpa

Der Tourismus nach Dresden hat sich in den letzten Monaten des vergangenen Jahres positiv entwickelt - obwohl Pegida mit seinen Anti-Islam-Demonstrationen das Image der Stadt aufs Spiel gesetzt hat. Im November nahm die Zahl der registrierten Übernachtungen um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, im Dezember um 7,9 Prozent, wie die Dresden Marketing GmbH am Montag mitteilte.

Nach dem Start der Pegida-Demonstrationen in der sächsischen Landeshauptstadt hatte es auch Absagen von Urlaubern vor allem aus dem Ausland gegeben, die um ihre Sicherheit in der Stadt fürchteten. Umgekehrt kam es mit den zunächst wachsenden Teilnehmerzahlen an den Protesten - beim "Spaziergang" am Montag vor Weihnachten wurden rund 17.500 Demonstranten gezählt - auch zu einem Demonstrationstourismus.

Längst nicht alle Teilnehmer der Kundgebungen kamen aus Dresden und Umgebung, sondern reisten aus umliegenden Bundesländern wie Brandenburg, Thüringen und Berlin, aber auch aus Westdeutschland an. Mit Spaltung der Pegida-Bewegung gingen die Teilnehmerzahlen sowohl bei Pegida als auch die des Ablegers "Direkte Demokratie für Europa" (DDfE) deutlich zurück. Dresden ist nach wie vor die Hochburg der Bewegung.

Insgesamt zählte Dresden im vergangenen Jahr mehr als 2,1 Millionen Besucher, ein Plus von 8,6 Prozent. Die Zahl der registrierten Übernachtungen lag bei gut 4,4 Millionen, davon gut 800.000 aus dem Ausland. Die Zahl der Übernachtungen lag damit um 7,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Dresdner Tourismus-Werber hoben bei der Präsentation der Zahlen hervor, dass besonders hohe Steigerungsraten bei Besuchern aus Polen und Tschechien registriert wurden. Der Fremdenverkehr aus Russland dagegen wuchs im vergangenen Jahr nur bis zum August.

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