BKA nimmt Pakistaner fest : Iran soll Reinhold Robbe ausspioniert haben

Das Bundeskriminalamt hat einen Pakistaner festgenommen, der den früheren Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, ausgespäht haben soll.

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Reinhold Robbe soll vom Iran ausspioniert worden sein.
Reinhold Robbe soll vom Iran ausspioniert worden sein.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Der Iran versucht offenbar, in Deutschland Politiker auszuspionieren, die dem Regime in Teheran kritisch gegenüberstehen. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Bundeskriminalamt am Dienstag in Bremen einen Pakistaner festgenommen, der den früheren Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe und sein Umfeld ausgespäht haben soll. Für die iranische Führung ist der Kampf gegen Israel Staatsräson, deshalb gelten auch deutsche Politiker mit guten Kontakten zu Israel als Gegner. Der 31 Jahre alte Pakistaner Syed Mustufu H. sei vermutlich im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden, der so genannten Pasdaran, tätig geworden, hieß es in Sicherheitskreisen. Die Pasdaran, eine paramilitärische Elitetruppe und einer der größten Unternehmer im Iran, sind dort eine Art Staat im Staate.

 Der Pakistaner sei wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Syed Mustufu H. soll die Informationen, die er über Reinhold Robbe sammeln konnte, im Oktober 2015 seinen Auftraggebern im Iran übermittelt haben. Das Bundesamt für Verfassungsschutz war auf den Pakistaner aufmerksam geworden, beobachtete ihn und wandte sich dann an die Bundesanwaltschaft. Der Vorfall zeige, wie der Iran versuche, kritische Stimmen zu unterdrücken, sagte Robbe der „Bild“-Zeitung. Er lasse sich aber nicht einschüchtern. Robbe hatte von 2010 bis 2015 die Deutsch-Israelische Gesellschaft geleitet. Zuvor war der Sozialdemokrat fünf Jahre Wehrbeauftragter des Bundestages. Außerdem hatte er von 1994 bis 2005 für die SPD im Parlament gesessen.

Sicherheitskreise bezeichnen den Fall als „klassische Spionage“. Das ist allerdings nur eine der kriminellen iranischen Machenschaften in Deutschland.

Mehr zu den Aktivitäten des Iran lesen Sie hier.

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