• "Böses nie wieder tolerieren" - Tschechiens Präsident gedenkt in Sachsenhausen der NS-Opfer

Politik : "Böses nie wieder tolerieren" - Tschechiens Präsident gedenkt in Sachsenhausen der NS-Opfer

Alexanderr Loesch

Tschechiens Präsident Vaclav Havel hat am Donnerstag in Sachsenhausen dazu aufgerufen, das "Böse nie wieder zu tolerieren" und dagegen "lieber zu früh als zu spät" vorzugehen. Am vorletzten Tag seines Staatsbesuchs in Deutschland enthüllte er auf dem Gelände des ehemaligen NS-Lagers ein Mahnmal für tschechische Studenten, die dorthin verschleppt und von denen viele ermordet wurden. Es waren junge Menschen, die am 17. November 1939 in Prag und anderswo im Lande gegen die deutsche Besatzung öffentlich protestierten. Havel schlug in seiner Rede einen Bogen zwischen diesem Datum und dem 17. November 1989 - als zum Gedenken an die Freiheitsdemonstration von damals erneut Prager Studenten auf die Straße gingen, um gegen die Diktatur, diesmal die kommunistische, zu protestierten. Unter ihnen seien auch wieder einige von jenen gewesen, die einst ihre Stimme gegen die Nazis erhoben hätten. Die folgende Polizeigewalt habe schließlich eine Protestwelle hervorgerufen, unter der das KP-Regime zusammengebrochen sei. Diese Verbindung des demokratischen Widerstands von 1939 und 1989 sei ein Beweis dafür, dass die "Flamme der Freiheit nicht erstickt" werden könne.

Havel erinnerte daran, dass das Lager Sachsenhausen gebaut worden sei, als die demokratische Welt Hitler bei der Berliner Olympiade hoffähig machte. Ähnliches dürfe nie wieder passieren. Deshalb sei es heute so wichtig, dass "gegen einen gewissen populistischen Österreicher", gegen die neue Diktatur in Weißrussland und gegen den Genozid in Tschetschenien die Stimme des demokratischen Protests laut und rechtzeitig erhoben werde.Mehr zum Thema bei meinberlin.de

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