Blogstöckchen: Wir über uns : Was uns im Netz zur Bundestagswahl gefällt

Wir greifen die Tradition des Blogstöckchens gern wieder auf: Ein Fragebogen, den Blogger beantworten und weitertragen. Natürlich geht es dabei um die anstehende Bundestagswahl. Wir beantworten alle sechs Fragen - und werfen das Stöckchen weiter. Aber nur ein bisschen.

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Der Newsroom, die Herzkammer des Tagesspiegels, der Schmelztiegel von Print und Online. Hier: gemeinsames Nach-vorne-gucken . . .
Der Newsroom, die Herzkammer des Tagesspiegels, der Schmelztiegel von Print und Online. Hier: gemeinsames Nach-vorne-gucken . . .Foto: Kai-Uwe Heinrich

Kinderlieder sind ja en vogue in diesem Wahlkampf – dank SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Die hat das Pippi-Langstrumpf-Lied im Bundestag zum Besten gegeben und die Linken haben die Bundesregierung animiert mit einzustimmen. Das Ergebnis: Wir wissen nach diesem Wahlkampf vielleicht mehr über Pippi Langstrumpf als über irgendeine Partei. Aber okay, immerhin etwas gelernt. Wir hier müssen es eher mit dem Plumssack halten, denn der geht in diesem Wahlkampf um. Nur in Form eines Stöckchens, eines Blogstöckchens. Gehen wir also über „Stock und über Stein“.

Denn auch wir haben einen Bundestagswahl-Blog, #btw13 haben wir ihn getauft, so wie den Twitter-Hashtag zur Wahl. Uns dient der Blog vor allem als Sammelbecken – nicht nur für Skurriles, Abseitiges, sondern eigentlich für alles, was diesen Wahlkampf ausmacht. Hier bieten wir Kolumnen („Die Wahlkampfbeobachter“), Video-Kolumnen („Marc fragt Martenstein“), Historische Serien, Grafiken aber auch Beobachtungen, Analysen und Kommentare. Obwohl wir mit der gedruckten Zeitung, der normalen Website und den Kanälen der Sozialen Netzwerke schon etliche Verbreitungswege haben, bietet der Blog den Vorteil des Komplettüberblicks.

Doch Blogs können eigentlich mehr. Vernetzen zum Beispiel. Doch das ging etwas verloren, was auch Dirk von Gehlen beklagte: „Eine alte Blogtradition ist dabei allerdings etwas verloren gegangen: der Blogstöckchen genannte weitergetragene Fragebogen.” Der Phaenomeme-Blog hat das Stöckchen nun aufgehoben und geworfen. Zuerst zur Stuttgarter Zeitung, die haben es weitergeworfen zu Süddeutsche.de, von wo das kleine Ästchen weiter zu den Kollegen vom Deutschlandfunk flog und jetzt von dort bei uns gelandet ist.


Die Fragen:


Der beste Beitrag (Blog-Text, Tweet, O-Ton) zur #btw13 bislang?

Irgendwie ist die Kette der Star dieses Wahlkampfes. In vielerlei Hinsicht. Erst kommt Steinbrück mit seinem lockeren Spruch daher, der irgendwie den ganzen Wahlkampf über für ihn Bestand hatte: „Hätte hätte Fahrradkette“. Die Kollegen vom ARD-Morgenmagazin haben ein schickes Video daraus gemacht und schon mal einen Scoop gelandet.

Merkel hat mit ihrem Schmuckstück beim TV-Duell eine andere Facette der Kette präsentiert. Das kam an und schaffte es bis zum eigenen Twitter-Account.

Deutschland am Hals.
Foto: dpa

Und was ließ sich daraus nicht alles ableiten: Hätte, hätte Deutschlandkette. Merkel und Steinbrück vereint. Große Koalition, Edelstein und Öl, Schick und Drecksarbeit, Sonnendeck und Maschinenraum. Ach, das hatten wir ja schonmal. Jetzt zeigt Steinbrück lieber den Stinkefinger, hätte er mit Worten dem Magazin der Süddeutschen antworten können, er hätte wohl gesagt: „Das geht mir alles auf die Ketten.“


Unser liebstes #btw13-Video?

Da halten wir zu MC Eisbommi. Erstens: So schick ist keiner. Zweitens: So schlau ist keiner. Drittens: Es fehlt im Bundestag eindeutig an Ukulelen. Wer könnte denn mit MC Eisbommi eine kleine Band gründen? Volker Kauder vielleicht? Oder parteiübergreifend, ja klar, Sahra Wagenknecht? Oder nein, klar, Andrea Nahles, singen kann die ja. Andere Ideen, Vorschläge?

Welche Partei fährt die beste Social-Media-Kampagne?

Da sie sonst ja wohl keine große Rolle spielen werden, nehmen wir hier einfach mal die Piraten. Geöffnete Briefe als Wahlwerbung sind irgendwie wahnsinnig analog und doch so verdammt digital. Und einfach eine gute Idee. Ob’s hilft? Nun ja.

Analog? Digital? Alles sehr transparent . . .
Analog? Digital? Alles sehr transparent . . .Foto: promo

Schönstes/hässlichstes Plakat?

Also, ehrlich. Früher war mehr Lametta. Oder anders gesagt: So viel Verunstaltung gibt es gar nicht. Und wenn, dann professionell. Wie das Merkel-Hände-Plakat zeigt. Aber ein paar nette gibt es :
Ein Mann zeigt, dass Lachen und Freundlichkeit im Wahlkampf völlig überschätzt werden:

Jetzt aber mal Spaß beiseite . . .
Jetzt aber mal Spaß beiseite . . .Foto: Vincent Schlenner

Hans-Christian Ströbele, der Unkaputtbare, ist auch ein Plakatkünstler, nicht nur selbst, sondern auch als Objekt der Begierde.

Wie jetzt? Wen jetzt? Ist der alt geworden. . .
Wie jetzt? Wen jetzt? Ist der alt geworden. . .Foto: dpa

Na und ein einfacher Edding tut es auch immer.

Ein vermutlich nichtautorisiertes Wahlplakat . . .
Ein vermutlich nichtautorisiertes Wahlplakat . . .Foto: promo

Und immer darauf achten, wo das Plakat platziert wird.

Man muss das mal im Gesamtzusammenhang sehen . . .
Man muss das mal im Gesamtzusammenhang sehen . . .Foto: Marc Röhlig

Wem unbedingt folgen?

Äh, mmhh, gute Frage? Der @schlandkette und @peersfinger? Vielleicht. Die sind die einzigen echten Twitter-Phänomen bisher in diesem Wahlkampf, sonst war nix, oder haben wir etwas verpasst? Außerdem folgt ihr doch eh schon allen möglichen. Sollte uns noch etwas einfallen, liefern wir es nach. Vielleicht nach der Wahl.

Unsere Wahlprognose?

Die Profis bei uns wiegen da immer bedächtig und bedeutungsschwanger den Kopf. „Ganz schwierig“ heißt es da immer. Oder: „Schwer zu sagen.“ Stimmt auch. Aber uns egal: Es wird wohl alles bleiben, wie es ist. Nur anders dann. Hä, wie? Das schreiben wir dann mal in einer klugen Analyse in unserem Blog.

Und wir werfen jetzt mal das Stöckchen weiter zu den Kollegen von der Zeit - ist ja gleich auf der anderen Straßenseite!

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