Bundestagswahl 2013 : Deutschlands spannendste Wahlkreise

Etliche Mandate waren schon vor der Wahl sicher, andernorts wurde das Ergebnis jedoch mit Spannung erwartet. Eine Auswahl der spannendsten und kuriosesten Wahlkreise - und die Ergebnisse.

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Fensterputzer im Plenarsaal des Bundestages
Noch nicht alles klar. Fensterputzer im Plenarsaal des BundestagesFoto: dpa

Wer im nächsten Bundestag sitzt, das war eigentlich schon lange vor dem 22. September einigermaßen klar. Jedenfalls in den meisten Fällen. Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Hier lesen die Ausgangslage in Deutschlands spannendsten und kuriosesten Wahlkreisen - und wie es ausgegangen ist.

Auf leisen Sohlen - Das schönste Schuhwerk in Deutschlands Wahlkabinen
Das ist langweilig! Kolja - mit Laufrad und Helm - wartet in Berlin-Kreuzberg auf die Stimmabgabe seiner Eltern. Das sind, da sind wir uns sicher, grüne Jungwähler.Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: Michael Kappeler/dpa
23.09.2013 07:18Das ist langweilig! Kolja - mit Laufrad und Helm - wartet in Berlin-Kreuzberg auf die Stimmabgabe seiner Eltern. Das sind, da sind...

In 85 der 299 Wahlkreise aber waren die Ergebnisse mit Spannung erwartet worden, denn der Ausgang galt gier als knapp, bisweilen war eine Prognose kaum möglich. Wer sich für die Zahlen hinter allen Wahlkreisen interessiert, wird auf der Website des Tagesspiegels fündig. Dort bieten wir in Kooperation mit dem Wahlinformationsdienst election.de unter www.tagesspiegel.de/btw13 eine interaktive Karte mit Daten zu allen 299 Bundestagwahlkreisen.

 

Merkel vs. Steinbrück - Ein Vergleich in Bildern
Es ist leider nicht überliefert, was Merkel und Steinbrück in diesem Moment so aus der Fassung gebracht hat. Als sicher kann gelten, dass sie sich nicht gegenseitig angeschaut haben.Weitere Bilder anzeigen
1 von 17Fotos: rtr/AFP
21.09.2013 21:10Es ist leider nicht überliefert, was Merkel und Steinbrück in diesem Moment so aus der Fassung gebracht hat. Als sicher kann...

Wahlkreise 098/100 Rheinland: Zwei Merkel-Kritiker im Test

Norbert Röttgen
Norbert RöttgenFoto: Mike Wolff

Zwei Wahlkreise, deren Sieger feststehen und die dennoch nicht ganz ohne Reiz sind. Denn die mutmaßlichen Gewinner der Direktmandate sind zwei bekannte CDU-Politiker, die eines gemeinsam haben: gewisse Probleme mit der Parteichefin. Im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis II tritt Ex-Umweltminister Norbert Röttgen an, den Angela Merkel aus dem Bundeskabinett warf nach seinem unglücklichen Agieren als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in NRW 2012. Röttgen startet mit der Wahl nun eine Art Comeback, nicht abgesichert über die Landesliste.

So ist sein Erststimmenergebnis schon einen Blick wert: Stärken ihn seine Wähler in Orten wie Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin? Orte, in denen auch der eine oder andere Christdemokrat mit Nähe zur Bundesexekutive, einst oder jetzt, das Häuschen hat. Ein gutes Resultat darf Röttgen als Ansporn empfinden. Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist Wolfgang Bosbach als Direktkandidat praktisch durch. Auch er hat der Kanzlerin zuletzt nicht ganz treu gedient, hat einige Male den Mund aufgemacht und Kritik geübt etwa an der Euro-Politik der eigenen Regierung. Außerdem bastelte er am „Berliner Kreis“ mit, einer kleinen, dezidiert konservativen Dissidententruppe, die als gelebte Kritik am Kurs der Parteichefin verstanden wurde. Kommt Bosbach deutlich über die 50 Prozent vom vergangenen Mal, lassen sich daraus zumindest kleine Schlüsse ziehen. So verschieden Röttgen und Bosbach politisch sein mögen – beide treten in einer Gegend an, die man zu den Kernterritorien der CDU zählen darf.

Am Ende setzte sich Norbert Röttgen deutlich mit 52,4 vor der SPD-Kandidatin Bettina Bähr-Losse durch. Wolfgang Bosbach schaffte im Rheinisch-Bergischen-Kreis sogar noch mehr. Mit 58,5 Prozent ließ er die anderen Kandidaten weit hinter sich.

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