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"Buch des künftigen Bundespräsidenten" : Steinmeier lässt umstrittene Buchwerbung stoppen

Frank-Walter Steinmeiers Verlag wirbt für ein Buch des Kandidaten schon jetzt mit dem "künftigen Bundespräsidenten". Das sorgt für Unmut. Steinmeier wusste nichts von dem Anzeigentext.

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Soll ins höchste Staatsamt: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Soll ins höchste Staatsamt: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)Foto: dpa/Kay Nietfeld

Der gemeinsame Kandidat von SPD und Union für das Amt des Bundespräsidenten, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, lässt die umstrittene Werbeanzeige für sein Europa-Buch stoppen. Das erfuhr der Tagesspiegel aus dem Umfeld des Ministers.

In der Zeitungsanzeige war der Text des SPD-Politikers als "aktuelles Buch des künftigen Bundespräsidenten" angepriesen worden. Aus Steinmeiers Umfeld wurde versichert, der Anzeigentext für dessen neues Buch sei nicht abgestimmt gewesen. "Der Verlag ist geboten worden, diesen Text nicht mehr zu verwenden", hieß es.

Die Bundesversammlung soll Steinmeier (SPD) am 12. Februar zum Bundespräsidenten wählen. Das Ergebnis der Abstimmung gilt als sicher, weil CDU, CSU und SPD, die Steinmeier zum gemeinsamen Kandidaten gekürt haben, eine deutliche Mehrheit in dem Gremium haben.

Dass der Verlag von Steinmeiers im September erschienenen Buch - "Europa ist die Lösung" - dieses nach der Ernennung Steinmeiers zum Kandidaten aber schon jetzt als "Das aktuelle Buch des künftigen Bundespräsidenten" bewirbt, sorgt für Kritik. "Schamlos", nennt das ein Kommentar auf Twitter.

Dietmar Bartsch, der Vorsitzende der Linksfraktion, wirft gar Steinmeier vor, demokratische Regeln zu ignorieren und zu glauben, die Parteivorsitzenden "Merkel, Seehofer und Gabriel hätten ihm zum Staatsoberhaupt ausgerufen."

Der "B.Z." sagte Ecowin-Sprecher Dirk Rumberg: "Der Text ist im Verlag entstanden und ist eine selbstverständlich verkürzte Werbebotschaft". Der Verlage schicke seinen Autoren die Anzeigen "zur Kenntnis". Dies sei auch bei Frank-Walter Steinmeier passiert. "Ob er sie angeschaut hat, wissen wir nicht", sagte Rumberg der Zeitung. (Tsp)

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