Bundesagentur für Arbeit : Studie: Deutsche wollen länger arbeiten

Nach einer Studie der Bundesagentur für Arbeit möchten die Deutschen gerne länger arbeiten. Die Forscher plädieren für mehr Flexibilität je nach Lebensphase der Erwerbstätigen.

ARCHIV - Bauarbeiter errichten ein Stahlgeflecht, aufgenommen am 09.02.2011 auf einer Baustelle in Niederfinow (Brandenburg). Foto: Patrick Pleul/dpa (Zu dpa "(Zu dpa "Gabriel legt neue Konjunkturprognose vor") +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Bauarbeiter errichten ein Stahlgeflecht, aufgenommen am 09.02.2011 auf einer Baustelle in Niederfinow (Brandenburg)....Foto: dpa

Würden sowohl Arbeitslose als auch Erwerbstätige so viel arbeiten, wie sie möchten, kämen pro Jahr rund 5,6 Milliarden zusätzliche Arbeitsstunden zusammen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch veröffentlichte. Die Zusatzstunden entsprechen demnach knapp 3,4 Millionen Vollzeitstellen.

Laut IAB summierten sich die Erwerbswünsche von Arbeitslosen im Jahr 2014 auf 4,25 Milliarden Stunden. Die Wünsche von Erwerbstätigen nach längeren oder kürzeren Arbeitszeiten ergäben zusammengerechnet weitere 1,35 Milliarden Stunden.

Die IAB-Forscher plädierten für mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung sowie günstigere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wichtig sei, einerseits die Wünsche nach längeren Arbeitszeiten "so weit wie möglich zu realisieren" und andererseits "in Lebensphasen mit hoher Belastung Arbeitszeit reduzieren zu können".

"Eine Maximierung von Arbeitsstunden kann für sich kein sinnvolles Ziel einer Gesellschaft sein, wohl aber die Nutzung ungewollt brachliegenden Potenzials", erklärten die Studienautoren Susanne Wagner und Enzo Weber. So ließen sich Wünsche von Arbeitnehmern erfüllen und zugleich die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt abfedern.

Für ihre Studie stützten sich die Forscher auf Daten des Mikrozensus, eine repräsentative Haushaltsbefragung unter Koordination des Statistischen Bundesamts. (AFP)


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