Bundespräsidentschaft : Linke bringen Kabarettist Schramm ins Spiel

21.02.2012 13:31 Uhr
Der Kabarettist Georg Schramm. Foto: dapd
Der Kabarettist Georg Schramm. - Foto: dapd

Weil Joachim Gauck nicht in ihr politisches Bild passt, planen Linke und Piraten nun einen kuriosen Gegenzug: Georg Schramm könnte für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Der ist eigentlich Kabarettist.

Der Kabarettist und Kapitalismuskritiker Georg Schramm ist bei Linken und Piraten als Gegenkandidat zu Joachim Gauck bei der Neuwahl des Bundespräsidenten im Gespräch. Der frühere Partei- und Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine, sagte zu einer möglichen Nominierung des vom Linken-Jugendverband 'solid ins Gespräch gebrachten Schramm, dies sei ein „interessanter Vorschlag“.

Lafontaine bekräftigte in der „Saarbrücker Zeitung“ vom Dienstag zudem, Gauck sei für die Linke nicht wählbar.

"Wenn alle in die falsche Richtung laufen und einen Kandidaten unterstützen, der den Abbau des Sozialstaats und den Krieg als Mittel der Politik für richtig hält, dann muss es wenigstens eine politische Kraft geben, die dagegen hält“, begründete Lafontaine die Überlegungen bei den Linken für die Nominierung eines eigenen Kandidaten. Zu Gauck, der von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP unterstützt wird, sagte Lafontaine, dieser sei „zum Beispiel für Hartz IV und den Afghanistan-Krieg. Schon deshalb können wir ihn unmöglich unterstützen“.
Der Linken-Jugendverband 'solid hatte am Sonntag eine Online-Petition für Schramm gestartet. Dieser sei „seit Jahren für seine scharfzüngige Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem bekannt“, hieß es zur Begründung. Auch kämpfe Schramm „für politischen Anstand und wirtschaftliche Gerechtigkeit so überzeugend wie kaum ein anderer“. Auch in der Piratenpartei wird über eine mögliche Nominierung Schramms oder eine Unterstützung für seine Kandidatur diskutiert. Die Piraten wollen noch am Dienstag ihr weiteres Vorgehen klären.

Die Suche nach dem neuen Bundespräsidenten in Bildern

Die Parteispitze der Linken will an diesem Donnerstag entscheiden, ob sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt.
Der Linken-Fraktionsvize Dietmar Bartsch wollte sich vorab an Personalspekulationen nicht beteiligen. Auch zu der Frage, ob die Linke überhaupt einen Gegenkandidaten zu Gauck aufstellen sollte, legte er sich am Dienstag im Deutschlandfunk nicht fest. „Es gibt Argumente, die deutlich dafür sprechen, es gibt auch Argumente, die dagegen sprechen“, sagte Bartsch lediglich. Klar sei nur, dass Gauck für die Linke „nicht akzeptabel“ sei.
Für die Entscheidung über das Präsidentenamt dürften die Beratungen bei Linken und Piraten kaum eine Rolle spielen. Die Linke stellt lediglich rund 125 der 1240 Wahlleute in der Bundesversammlung, die Piraten nur zwei. (AFP)

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