Bundeszentrale für politische Bildung : Der Wahlomat für die Europawahl ist online

Linken-Spitzenkandidatin Gaby Zimmer hatte etwas Pech und David McAllister, Spitzenkandidat der CDU, ging lieber auf Nummer sicher: In Berlin wurde am Mittag der neue Wahlomat zur Europawahl präsentiert.

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Der Wahlomat zur Europawahl ist gestartet. Foto: screenshot
Der Wahlomat zur Europawahl ist gestartet.Foto: screenshot

Richtig rund ist das für Gabi Zimmer nicht gelaufen. Nicht nur, dass die Spitzenkandidatin der Linken am längsten brauchte, um den Wahlomat zu bedienen, es kam aus ihrer Perspektive auch noch das falsche Ergebnis raus: 90,2 Prozent Übereinstimmung mit den Grünen. Immerhin Platz zwei gehörte ihrer Partei, die Piraten schafften es bei Zimmer auf Platz drei.

Der von der Bundeszentrale für politische Bildung betriebene Wahlomat hat sich seit seinem ersten Einsatz 2002 zu einer festen Größe etabliert. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale, nannte es am Montag bei der Präsentation des neuen Wahlomat für die Europawahl gar das "erfolgreichste massenwirksamste Tool der letzten 20 Jahre." 39 Millionen Mal wurde er seit 2002 genutzt, allein zur Bundestagswahl kam er 13,2 Millionen Mal zum Einsatz. Ziel ist es laut Bundeszentrale vor allem junge Menschen mit dem Online-Instrument anzusprechen.

Wahlomat: 38 Thesen zur Europawahl

Eine Jugendredaktion von 25 Personen hat zunächst 83 Thesen entwickelt und diese an alle 25 Parteien geschickt, die zur Wahl antreten. Laut Krüger haben alle geantwortet und daraus wurden 38 Thesen entwickelt, die in dem Instrument abgefragt werden. Als Nutzer kann man zustimmen, ablehnen oder eine neutrale Position beziehen, anschließend kann man bestimmte Antworten noch gewichten und mehrere Parteien auswählen, mit denen die eigenen Antworten abgeglichen werden sollen. Am Ende erhält der Nutzer die entsprechende Übereinstimmung mit den Parteien.

David McAllister wollte lieber auf Nummer sicher gehen

Den Startschuss für den neuen Wahlomat gaben am Montag die Spitzenkandidaten der etablierten deutschen Parteien. Und CDU-Spitzenkandidat David McAllister ging lieber auf Nummer sicher. Bei einigen Fragen hielt er Rücksprache mit seinen Mitarbeitern. Nicht dass am Ende noch die SPD als größte Übereinstimmung herauskommt. Oder noch schlimmer: die CSU. Also gewichtete er unter anderem die Frage, ob Deutschland sich für einen EU-Beitritt der Türkei einsetzen sollte, was McAllister mit "Stimme nicht zu" beantwortete, und seine ablehnende Haltung zu Euro-Bonds doppelt. Das langte für 98,7 Prozent Übereinstimmung mit der CDU auf Platz zwei dann die CSU. "Streber", raunzte ihn CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber darauf hin an. Der stand am Rechner daneben und klickte sich zu rund 97 Prozent CSU-Übereinstimmung.

Hier geht es zum Wahlomat.

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