Casdorffs Agenda : Der schlimme Rückfall der CDU

Die CDU stimmt gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Dies wird jedoch in keiner erdenklichen Koalition je Wirklichkeit werden. Außer bei einem Bund mit der AfD.

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Die CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Bundesparteitag der CDU in Essen.
Die CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Bundesparteitag der CDU in Essen.Foto: dpa

So weit ist es gekommen: Die CDU stimmt auf einem Parteitag ab – und Angela Merkel stimmt dagegen. Dabei ist es doch ihre Partei. Anlass ist, dass die Christdemokraten mit (knapper) Mehrheit für die Wiedereinführung der Optionspflicht bei der Staatsangehörigkeit sind. Was genauer gesagt bedeutet: Sie sind gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Das ist tatsächlich ein schlimmer Rückfall der CDU in ressentimentgeladene Zeiten, ist rückwärtsgewandt – und wird noch dazu in keiner erdenklichen Koalition je Wirklichkeit werden.

Damit auch in keiner, die die CDU anstreben könnte. Nicht mit den Grünen, die zu den Urhebern der doppelten Staatsbürgerschaft gehören, nicht mit der SPD, mit der Bürgerrechtspartei FDP auch nicht – bliebe also nur die AfD, und mit der will die CDU ja ganz gewiss nicht koalieren, oder? Ja, die CDU hat sich keinen Gefallen getan, und ihr, der Kanzlerin und Spitzenkandidatin, auch keinen. Im Gegenteil. Sie findet es falsch, der Innenminister, das CDU-Präsidiumsmitglied Thomas de Maizière, fand es zumindest auch nicht schön: So geht Autorität dahin.

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