Casdorffs Agenda : Martin Schulz - SPD-Kanzlerkandidatur als Freundschaftsdienst?

Martin Schulz denkt zurzeit nicht über eine Kanzlerkandidatur nach, weil die SPD in Sigmar Gabriel so einen starken Vorsitzenden habe. Womöglich stecken aber noch andere Motive hinter dieser Aussage. Ein Kommentar.

von
Martin Schulz (SPD), Präsident des Europaparlaments, unterhält 2013 beim SPD-Bundesparteitag mit Sigmar Gabriel (r).
Martin Schulz (SPD), Präsident des Europaparlaments, unterhält 2013 beim SPD-Bundesparteitag mit Sigmar Gabriel (r).Foto: dpa

Ach ja, da denkt man: Endlich ein solidarischer Sozialdemokrat. Martin Schulz, der Europäische Parlamentspräsident, sieht seinen Platz in Brüssel. Und über eine Kanzlerkandidatur denkt er nicht nach. Weil die SPD in Sigmar Gabriel so einen starken Vorsitzenden habe. Wer Schulz´ Äußerungen zur K-Frage genau liest, der entdeckt allerdings: Ein knallhartes Nein kommt ihm nicht über die Lippen. Das lässt Raum für Spekulationen. Vielleicht will der Mann sich ja rufen lassen. Von Hannelore Kraft zum Beispiel, der Ministerpräsidentin aus NRW. Sie könnte auf den Gedanken kommen, dass einer aus ihrem Beritt Kanzlerkandidat werden sollte. Um sie für die NRW-Wahl 2017 zu stärken. So was Ähnliches hatten wir doch schon mal: Ein Niedersachse muss Kanzler werden... Damals, 1998. Schulz kommt aus dem rheinischen Würselen. Und wer weiß - womöglich wäre ein Kanzlerkandidat Schulz dem SPD-Vorsitzenden Gabriel sogar ganz recht. Die beiden sind Freunde, und Gabriel den Opfergang bei der nächsten Bundestagswahl zu ersparen, könnte glatt als Freundschaftsdienst durchgehen. Mehr Solidarität ginge wirklich nicht.

Casdorffs Agenda erscheint jeden Morgen in der Morgenlage, dem Newsletter für Politik- und Wirtschaftsentscheider, den sie hier kostenlos abonnieren können.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

10 Kommentare

Neuester Kommentar