Chefstratege des US-Präsidenten : "Medien sollen den Mund halten und zuhören"

Der oberste Strategieberater des US-Präsidenten treibt den Kampf gegen die Medien voran. Sie seien die "Oppositionspartei" und verstünden das Land nicht, sagt Stephen Bannon.

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Trumps ultrarechter Strategiechef: Stephen Bannon
Trumps ultrarechter Strategiechef: Stephen BannonFoto: dpa/AP/Andrew Harnik

Stephen Bannon, der oberste Strategieberater des neuen US-Präsidenten Donald Trump, treibt den von seinem Chef so bezeichneten "Krieg mit den Medien" weiter voran. "Die Medien sollten sich schämen und demütig sein, sie sollten den Mund halten und mal eine Weile einfach nur zuhören", sagte Bannon der "New York Times".

"Ich möchte, dass Sie das zitieren. Die Medien hier sind die Oppositionspartei", sagte Bannon. "Sie verstehen dieses Land nicht. Sie haben noch immer nicht begriffen, warum Donald Trump Präsident ist."

Die "Elitemedien" hätten den Wahlausgang "100 Prozent falsch" vorhergesagt. "Das war eine schmachvolle Niederlage", sagte Bannon. "Darum haben die Medien keine Macht."

Der ultrarechte Bannon war früher Chef des stramm konservativen Portals "Breitbart News". Die Website ist bekannt dafür, Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Bannons Äußerungen verschärfen den Konflikt zwischen den US-Medien und dem Präsidenten. Schon im Wahlkampf hatte Trump keine Gelegenheit ausgelassen, gegen die Presse zu wettern.

Nach dem Wahlsieg Trumps hatten viele US-Medien selbstkritisch angekündigt, aus Fehlern lernen zu wollen.

Gleichzeitig machten sie klar, dass sie die Politik der Trump-Regierung sehr genau verfolgen und kritisch berichten werden. Ein entsprechender offener Brief von Kyle Pope, dem Chefredakteur des Medienmagazins "Columbia Journalism Review", war eine Kampfansage an Trump. (Tsp)

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