Clinton Foundation : Noch mehr Probleme für Hillary

Die Spendenstiftung der Familie Clinton gibt Fehler zu. Damit gerät Hillary in die Kritik der Republikaner. Sogar die Forderung nach Strafverfolgung steht im Raum.

Paul Middelhoff
Hillary Clinton steht nach der Spenden-Affäre der Clinton Foundation in der Kritik.
Hillary Clinton steht nach der Spenden-Affäre der Clinton Foundation in der Kritik.Foto: AFP/Getty

Die Spendenstiftung der Familie Clinton hat bei der Offenlegung ihrer Finanzen Fehler gemacht. Unter anderem seien Spenden von Regierungen mit den Spenden von Privatleuten und Unternehmen vermischt worden, heißt es. Wir haben Fehler gemacht, wie es viele Organisationen unserer Größe tun“, teilte Maura Pally, die Leiterin der Clinton Foundation, mit. Sie kündigte zudem eine externe Überprüfung der Finanzberichte an, zu der sich die Stiftung freiwillig bereit erkläre.

Die Clinton Foundation ist eine internationale Wohltätigkeitsorganisation, gegründet im Jahr 2001von Ex-Präsident Bill Clinton. Seit ihrer Gründung sammelte die Organisation knapp zwei
Millionen Dollar (1,9 Milliarden Euro) an Spendengeldern ein. Hillary Clinton hatte sich kurz vor Bekanntgabe ihrer Präsidentschaftskandidatur vor zwei Wochen aus der Stiftung zurückgezogen. Die Geldgebern sind zum Teil sehr bekannt, darunter beispielsweise die Regierung des Öl-Staats Kuweit, der deutsche Rennfahrer Michael Schuhmacher oder die englische Barclays-Bank. Auch ein deutsches Staatsunternehmen findet sich unter den Spendern: Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit leistete nach eigenen Angaben einen Zuschuss in Höhe von 2,4 Millionen Euro an ein Gesundheitsprojekt der Clinton Foundation in Malawi.

Da sich unter den Gönnern auch zahlreiche ausländische Regierungen befinden, bezweifeln Kritiker seit Wochen Clintons politische Unabhängigkeit. Besonders die Spende einer russischen Investmentbank an die Clinton Foundation zieht derzeit scharfe Kritik nach sich: Nach dem Kauf des kanadischen Atomenergieunternehmens Uranium One durch die russische Nuklear-Holding Rosatom hatte Bill Clinton das Geld für eine Rede erhalten, die er in Moskau gehalten hatte. An dem Atom-Deal waren kanadische Industriekapitäne beteiligt, die seit langem zu den führenden Geldgebern der Clinton Foundation gehören.

Zwar wählen die Amerikaner erst im November 2016 einen Nachfolger für Präsident Barack Obama. Doch für die Republikaner sind die undurchsichtigen Finanzen der Stiftung schon schon jetzt ein Grund, die Kandidatur der Demokratin Clinton in Frage zu stellen. Peter Schweizer, der am 5. Mai ein Buch über die Finanzen der Clinton Foundation veröffentlich, forderte am Wochende im US-Fernsehen sogar strafrechtliche Ermittlungen gegen die Stiftung.

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