DDR-Devisenhändler : Alexander Schalck-Golodkowski gestorben

Der frühere DDR-Devisenhändler und SED-Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkowski ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er lebte zuletzt zurückgezogen in Rottach-Egern am Tegernsee.

Der ehemalige DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski, hier ein Foto aus dem Jahr 1996, ist im Alter von 82 Jahren verstorben.
Der ehemalige DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski, hier ein Foto aus dem Jahr 1996, ist im Alter von 82 Jahren...Foto: dpa

Der frühere DDR-Devisenhändler und SED-Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkowski ist tot. Das teilte sein Verlag Edition Ost am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Schalck-Golodkowski sei nach langer schwerer Krankheit am Sonntagabend in München gestorben. Auch seine Witwe bestätigte den Tod des 82-Jährigen. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Alexander Schalck-Golodkowski bewahrte die DDR vor dem Staatsbankrott

Schalck-Golodkowski hatte 1983 mit dem damaligen CSU-Chef Franz Josef Strauß einen Milliardenkredit in D-Mark für die DDR ausgehandelt. Das Geschäft bewahrte die DDR vor dem Staatsbankrott. Der gelernte Feinmechaniker war im Rang eines Staatssekretärs Chef der mächtigen „Kommerziellen Koordinierung“ (KoKo) in der DDR. Er beschaffte für das Regime von Staatschef Erich Honecker Milliardensummen an Devisen.

In der Nacht zum 3. Dezember 1989 suchte er in West-Berlin Schutz vor dem zerfallenden Unrechtssystem der DDR. Nach der Wende stellte er sich der bundesdeutschen Justiz und kam für einige Wochen in Untersuchungshaft. Mitte der 1990er Jahre wurde er wegen illegaler Waffengeschäfte und Embargovergehens zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Schalck-Golodkowski lebte bis kurz vor seinem Tod zurückgezogen mit seiner zweiten Ehefrau Sigrid in Rottach-Egern am Tegernsee. Interviews verweigerte er seit dem Jahr 2000. Mit der DDR hatte er abgeschlossen. (dpa)


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