Demos und Sachbeschädigung : AfD erneut Ziel linker Aktivisten

Ein verbarrikadiertes Büro und beschädigte Kneipen in Hessen, erneute Anschläge auf das Büro in Berlin. Die AfD wurde am Wochenende massiv von linken Gruppen attackiert.

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Aktivisten in Frankfurt am Main verbarrikadieren das Büro der Alternative für Deutschland (AfD).
Aktivisten in Frankfurt am Main verbarrikadieren das Büro der Alternative für Deutschland (AfD).Screenshot

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist am Wochenende mehrfach zum Anschlagsziel linker Aktivisten geworden. In Frankfurt am Main wurde ein Büro zugeschraubt, in Berlin hat es erneut die Landesvorsitzende Beatrix von Storch getroffen. Wie die Politikerin selbst auf ihrem Facebook-Profil verkündete, erfolgte am Sonntag der dritte Farbanschlag auf ihr Büro in Berlin. Die Polizei bestätigte dem Tagesspiegel, dass eine Anzeige wegen Sachbeschädigung eingegangen ist. "Breivik, Zschäpe, Storch" wurde in großen blauen Buchstaben auf die Hauswand des Büros in der Zionskirchstraße 3 gesprüht. "Womit muss ich also als nächstes rechnen?", schrieb von Storch am Sonntag auf Facebook.

Wenige Stunden später gab sie sich kämpferisch: "Ihr könnt immer wieder unsere Häuser versauen, unsere Autos verbrennen, unsere Fenster einschmeißen, unsere Plakate zerstören, unsere Veranstaltungen sabotieren, unsere Gastgeber bedrohen- und dann?" Sie verweist auf das Zwischenresultat der Kommunalwahl in Hessen. Die AfD hat hier 13,2 Prozent erreicht und wird drittstärkste Kraft in hessischen Kommunen. Von Storch war zuletzt auch von einem linken Aktivisten mit Sahnetorte beworfen worden.

"Aktionswoche" gegen die AfD

In Frankfurt am Main wiederum verschraubten in der Nacht zu Samstag Aktivisten von "Nationalismus ist keine Alternative" mit einer Sperrholzplatte die Tür der AfD-Landesgeschäftsstelle. Ein Video auf Facebook zeigt mehrere Personen in Maleranzügen und die Sperrholzplatte mit der Aufschrift "Ihr wollt Abschottung? Die könnt Ihr haben!" Die Unbekannten betreten ein Mehrfamilienhaus und bringen die Platte mit Akkuschraubern von außen an den Rahmen der Eingangstür des Büros an. Zudem wurde das Türschloss verklebt. "Die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes in Frankfurt sollte sich so für die AfD etwas schwieriger gestalten", teilten die Aktivisten auf ihrer Website mit. Der Pressesprecher der AfD in Frankfurt sagte zu hessenschau.de er habe erst durch deren Anruf von der verbarrikadierten Tür erfahren.

Mit "Nationalismus ist keine Alternative" hat es die Partei nicht zum ersten Mal zu tun: Am 3. März waren das Haus und das Auto des Schatzmeisters der AfD Frankfurt von "linksextremen Faschisten" besprüht und beschädigt worden - wie die AfD auf Facebook schreibt und mit Fotos belegt.

An diesem Wochenende hatte "Nationalismus ist keine Alternative" eine Kampagne unter dem Motto "Die Brandstifter in Nadelstreifen besuchen" ein "bundesweites Aktionswochenende" ausgerufen. "Die AfD ist maßgeblich verantwortlich für eine zunehmende Diskursverlagerung nach rechts in der BRD", heißt es auf der Webseite der Aktivisten. Am Samstag störten die Linken den Wahlkampf der Partei in Kassel. Eine Gruppe Clowns umdrängte einen Wahlkampfstand unter dem Einsatz von Luftschlangen, Konfetti und Tröten. Die Polizei musste den Stand daraufhin absperren.

Das Kollektiv versuchte zuletzt immer wieder, Versammlungen der AfD im Vorfeld zu verhindern. In den hessischen Kleinstädten In Kirchhain, Biedenkopf und Cölbe wurden Kneipenbesitzer bedroht oder Gaststätten beschädigt, in denen Parteitreffen der AfD angekündigt waren.

Am Wochenende wurde zum Teil auch vor Wohnhäusern von AfD-Mitgliedern demonstriert. In Stuttgart traf sich vor dem Wohnhaus des Landtagswahlkandidaten Alexander Berewowski ein Flashmob: Symbolisch wurde ein Grenzzaun errichtet mit der Aufschrift "Achtung Grenzzaun, hier wird scharf geschossen". Vor dem Haus des AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Thomas Jürgewitz in Bremerhaven demonstrierten am Wochenende etwa 40 Menschen mit Transparenten und Sprechchören. Die AfD feiert derweil ihren Wahlerfolg.

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