Der Fall Niels H. : Gegen das Grauen

Der Pfleger Niels H. hat mindestens 30 Menschen getötet. Schnelle Aufklärung ist vonnöten. Ein Kommentar

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Der wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs an Patienten angeklagte, ehemalige Krankenpfleger Niels H. kommt am 09.12.2014 in Handschellen in den Gerichtssaal des Landgerichtes in Oldenburg (Niedersachsen) und hält sich wegen der anwesenden Medien einen Hefter vors Gesicht.
Der wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs an Patienten angeklagte, ehemalige Krankenpfleger Niels H. kommt am 09.12.2014 in...Foto: dpa

Ein monströser Fall, ein Albtraum. Mehr als 30 Menschen sind es schon, die der Pfleger Niels H. auf dem Gewissen haben soll; und es wirkt, als würden es täglich mehr. Die Zahlen allein sind schon grauenvoll. Seit Herbst 2014 untersucht eine Sonderkommission der Polizei den Tod von allen Patienten während der Dienstzeit von Niels H. in den Krankenhäusern von Delmenhorst, Oldenburg und an anderen Arbeitsstellen. 417 Fälle, ungeklärte, sind ein Dunkelfeld, das schaudern lässt. Und eine Tat, die vielen, sehr vielen Menschen Angst machen wird. Mehrere hundert Krankenakten muss die Soko noch auswerten, dann kommen weitere Exhumierungen. Frühestens in einem Jahr würden die Ermittlungen abgeschlossen, heißt es.

Das Grauen hört nicht auf

Wie sagt Oldenburgs Polizeipräsident? Das Grauen hört nicht auf. Dabei müsste genau das geschehen. Der Fall sollte schneller als schnell aufgeklärt sein. Denn selbst wenn Gesundheitsminister Hermann Gröhe richtig liegt mit dem Hinweis, dass Kontrollwahn in der Pflege keine Antwort ist – das Gefühl des Kontrollverlusts ist schlimmer. Es trifft Millionen Patienten bis ins Mark und nebenbei eine ganze Branche. Die Kosten in jeder Hinsicht können enorm sein. Dieser Albtraum muss beendet werden.

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