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Politik : Der Krieg ganz nah

Am „Memorial Day“ sterben im Irak 70 Menschen – und in Amerika verstört eine TV-Dokumentation aus einem US-Hospital in Bagdad

Christoph von Marschall[Washington]

Die Toten und Verwundeten des US-Einsatzes im Irak waren am Montag in beiden Ländern besonders präsent. Die USA gedachten am „Memorial Day“ ihrer Gefallenen und Verkrüppelten. Im Irak starben bei einer Serie von Bombenanschlägen mindestens 70 Menschen, an die hundert wurden verletzt. Am Abend verband ein Film im Abosender HBO über die Arbeit auf der Notfallstation eines US-Militärhospitals in Bagdad beide Länder. Angekündigt war „Baghdad ER“ (ER steht für Emergency Room) als Epos über den heldenhaften Kampf der Ärzte um jedes Leben. Die Dreharbeiten wurden erst durch die Hilfe des Pentagon möglich. Aber bei ersten Vorführungen wirkten die Bilder von amputierten Gliedmaßen, die in Plastiksäcken entsorgt werden, oder der Säuberung des OP-Tisches von Blutlachen auf viele Zuschauer wie ein Antikriegsfilm. Die US-Armee zeigt die Dokumentation an 22 Standorten, warnt aber, sie könne verstörende Wirkungen haben und die Gesundheit beeinträchtigen.

In der Hauptstadt Bagdad explodierten am Montag mehrere Autobomben vor einem Markt für gebrauchte Kleidung sowie ganz in der Nähe der sunnitischen Abu-Hanifa-Moschee. Bei einem Anschlag starben auch ein Kameramann und ein Tontechniker des US-Fernsehsenders CBS. Sie waren als „eingebettete“ Journalisten mit US-Streitkräften in Bagdad unterwegs. In Basra wurden zwei britische Soldaten und zehn Iraker getötet, die in einem Bus zur Arbeit auf einem Stützpunkt der iranischen Oppositionsgruppe Mudschahedin Chalk fuhren. Die irakischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen der meistgesuchten Aufständischen gefasst: Kassim al Ani sei ein enger Mitarbeiter des Al-Qaida- Chefs im Irak, Abu Mussab al Sarkawi.

Die US-Medien stimmten das Land das Wochenende über auf das Totengedenken ein. Die „Washington Post“ druckte am Montag auf einer Doppelseite „Gesichter Gefallener“ der letzten zwölf Monate. Die TV-Sender zeigten am Memorial Day Bilder vom Friedhof in Arlington, wo fast täglich Gefallene beerdigt werden.

„Baghdad ER“ ist eine rund einstündige Dokumentation über die Arbeit im 86. Notfalllazarett für Kampftruppen. Die unabhängigen Filmemacher Jon Alpert und Matthew O’Neill haben sie über zweieinhalb Monate Mitte 2005 in Bagdad gedreht. Die Ursache der meisten Verwundungen und Verstümmelungen sind Sprengkörper des Widerstands. Die Kamera beobachtet, wie Opfer mit Rettungshubschraubern aus großem Umkreis ins Lazarett gebracht werden sowie ihre Behandlung durch Ärzte und Krankenschwestern. In Bagdad werden nur die dringendsten Notfalloperationen ausgeführt, dann werden die Verwundeten zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen. 90 Prozent der Verwundeten überleben.

Ebenso bedrückend – oder herzerweichend – wie die Bilder von der blutigen Arbeit der Mediziner sind die eingestreuten Interviews mit den Opfern. „Die Heilung wird viel Zeit brauchen“, sagt doppeldeutig ein Nationalgardist, der seinen besten Freund verlor und selbst schwer verletzt wurde. „Die Verbrennungen tun so weh, wenn ich versuche, die Augen offen zu halten“, sagt ein anderer Soldat tapfer. Er droht zu erblinden nach Explosion und Flammen, am Ende können die Ärzte sein Augenlicht retten. Chirurgen berichten, dass sie sich einmal pro Woche zu einer „Zigarrennacht“ auf dem Krankenhausdach versammeln und sich auf dem Weg in den OP schon mal Witze erzählen. „Es hilft uns, nicht verrückt zu werden“ unter den belastenden Bedingungen.

Der Kommandeur des Krankenhauses, Oberst Caspar Jones III., zeigt den eigenen Zwiespalt. Begeistert lobt er die heldenhafte Arbeit seiner Untergebenen. Aber er spricht auch über „den Horror, was der Mensch dem Menschen antut“ im Krieg. Ein Krankenhauspriester nennt die ganze Gewalt beider Seiten „sinnlos“.

Kriegsgegnern wie Fans der US-Armee liefert der Film Argumente – und verstört sie. Öffentliches Thema ist vor allem die zwiespältige Haltung des Pentagon. Ohne seine Hilfe wäre die Dokumentation nicht zustande gekommen, aber der ersten öffentlichen Vorführung im März blieben die meisten geladenen Uniformträger fern. Zuschauer lobten, wie offen die brutale Seite des Kriegs gezeigt wird, und feierten den anwesenden Krankenhauskommandeur Jones mit „Standing Ovations“. Paula Zwillinger, deren Mann im Irak durch eine Bombe starb, sagt, „der Film hat mir Frieden geschenkt. Jetzt weiß ich, in welcher Umgebung er gestorben ist. Er war nicht allein.“ (mit dpa)

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