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Designierter FDP-Generalsekretär : Döring unter Fahrerflucht-Verdacht

In einer engen Straße Hannovers soll der designierte FDP-Generalsekretär Döring einen Spiegel abgefahren haben. Statt sich um das beschädigte Auto zu kümmern, hat er wohl nur den Spiegel seines Wagens wieder gerichtet.

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Patrick Döring folgt Christian Lindner als FDP-Generalsekretär.
Patrick Döring folgt Christian Lindner als FDP-Generalsekretär.Foto: dpa

Wenn man ein Politiker sei, hat der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring gerade sinngemäß verraten, dann sei ein Außenspiegel nicht nur ein Außenspiegel. Genau genommen handelt es sich um einen beschädigten Außenspiegel. Nimmt man es noch genauer, wäre, entgegen Dörings Auffassung, ein solcher abgefahrener Außenspiegel an sich aber tatsächlich nicht viel mehr als eine Lappalie, ein Missgeschick, das jedem passieren kann – wenn man bei der Wahrheit bliebe.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Hannover gibt es "zureichende Anhaltspunkte", dass der designierte Generalsekretär der FDP, Patrick Döring, Fahrerflucht begangen habe. Oberstaatsanwältin Irene Silinger sagte dem Tagesspiegel: "Es gibt zureichende Anhaltspunkte dafür, dass sich Herr Döring unerlaubt vom Tatort entfernt hat."

Zeugen sollen gesehen haben, wie Döring angehalten habe, um den eigenen Spiegel zu richten. Es habe sich um eine enge Straße in Hannover gehandelt, keine Anhaltspunkte habe die Staatsanwaltschaft auf Alkoholkonsum. Döring selbst sagt, er habe nicht bemerkt, dass er den Spiegel des anderen Autos beschädigt habe. Den Schaden von 200 Euro hätte er bereits vor Tagen reguliert, fügte er hinzu.

Döring kennt die Geschäftsgrundlage des Bundestags in solchen Fällen aber offenbar nicht, wenn er sagt, das Parlament müsse seine Immunität aufheben, damit die Sache geklärt werden könne. Die Staatsanwaltschaft ermittelt längst, denn bei Verkehrsdelikten muss die Immunität nicht aufgehoben werden. Der Ausschuss kommt erst ins Spiel, wenn Anklage erhoben wird. Das Parlament erteilt der Staatsanwaltschaft generell, am Anfang einer Legislatur, Auflagen. Sie muss ihr Anliegen etwa dem Bundestagspräsidenten schriftlich mitteilen und danach 48 Stunden warten. Diese Information erreichte Norbert Lammert am 12. Dezember um 10.23 Uhr.

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