Die AfD in NRW : Diese Alternative ist keine

Die Landtagswahl in NRW zeigt: Die AfD hat sich etabliert. Eine Machtoption hat sie trotzdem nicht. Ein Kommentar.

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Team AfD: Frauke Petry und ihr Mann, der Der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, am Wahlabend. Foto: Bernd Thissen/dpa
Team AfD: Frauke Petry und ihr Mann, der Der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, am Wahlabend.Foto: Bernd Thissen/dpa

Eine Alternative für Deutschland ist die AfD nicht – für „das Volk“ zu sprechen kann die Partei nur behaupten, nicht belegen. Aber die Wahl im größten Bundesland zeigt, dass der AfD gelungen ist, woran andere Populisten bisher stets gescheitert waren: einen festen Platz im Parteienspektrum zu besetzen. Ihr Einzug in die Parlamente ist mehr als nur einer kurzfristigen, monothematischen Erregung geschuldet, sondern zeitgeistiger Ausdruck von Überdruss an der herrschenden Politik.

Die AfD ist zu radikal, um als Koalitionspartner in Frage zu kommen - sie hat keine Machtoption

Mag sein, dass die AfD ohne ihre internen Eruptionen ein noch besseres Ergebnis erzielt hätte; festzuhalten ist allerdings, dass sie trotz der rechtsradikalen Haltung einiger Funktionäre Erfolge erzielt – die einen lassen sich davon nicht abschrecken, die anderen zieht genau das offenbar an. Doch eben deswegen ist die AfD trotz ihrer Präsenz in den Parlamenten von einer Machtperspektive weit entfernt: Sie bleibt zu schwach, um den regierenden Parteien mehr als einen kurzen Schrecken einzujagen, und zu radikal, um als Koalitionspartner in Frage zu kommen. Und das ist auch keine Frage der Zeit oder der Gewöhnung, sondern des Prinzips. Diese „Alternative“ ist keine.

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