Donald Trump, das Menetekel : Sind wir nicht alle ein bisschen Trump?

Angst hat er keine, vor niemandem. Immerhin traut sich Trump, die Wahrheit zu sagen. Das macht ja sonst keiner, auch in Deutschland nicht. Ein Kommentar

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Aufgeblasene Ballons vor dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump
Aufgeblasene Ballons vor dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald TrumpFoto: Reuters

Das Phänomen Donald Trump ist erforscht. Sein Dieter-Bohlen-Gehabe, seine rhetorischen Tricks, seine leeren Versprechungen. Zu entlarven ist da nichts mehr. Äußert er sich rassistisch? Klar. Ist er ein Frauenverächter? Klar. Sind Teile seines Programms erzreaktionär? Klar. Gefährdet seine Impulsivität den Weltfrieden? Gut möglich. Aber warum hat dieser Mann Chancen, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden? Die sind wohl tatsächlich ein bisschen verrückt, diese Amis.
Aber Angst hat er keine, vor niemandem. Immerhin traut sich Trump, die Wahrheit zu sagen. Das macht ja sonst keiner, auch in Deutschland nicht. Wo man hinschaut, herrschen Lug und Trug. Die EU etwa, eine einzige Katastrophe. Griechenland kommt nie von seinen Schulden runter, Frankreich verletzt fortwährend die Maastricht-Kriterien. Und in der Flüchtlingskrise wurde Deutschland von dieser angeblichen Solidargemeinschaft dann im Stich gelassen. Jeder denkt nur an sich. Nur Angela Merkel musste ja unbedingt mehr als eine Million Menschen zum größten Teil unregistriert ins Land holen. Ein „freundliches Gesicht machen“ nannte sie das. Was haben wir davon? Die sprechen kein Deutsch, kennen unsere Sitten nicht, missbrauchen Frauen wie in der Silvesternacht in Köln, von Aufdringlichkeiten in Freibädern ganz zu schweigen. Jetzt ist einer davon sogar mit einer Axt Amok gelaufen. Wo soll das enden?
Aus der Politik heißt es: Einzelfälle, alles in Ordnung. Wir schaffen das. Aber nichts ist in Ordnung. Ist es denn Zufall, dass fast alle Terroristen Muslime sind? Diese Religion passt eben nicht nach Europa. Die sind nirgendwo integriert. Am besten wäre es, wir würden sie alle wieder nach Hause schicken. Allein auf unserem Rücken lassen sich die Probleme dieser Welt nicht lösen. Sollen sie sich in Syrien doch die Köpfe einschlagen, das kann niemand verhindern. Libyen-Intervention, Afghanistan- und Irakkrieg haben das deutlich gezeigt. Alles Fehlschläge. Raus da, Grenzen ziehen, abschotten: Das wäre das einzig Richtige.

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'Amerika zuerst': Die Botschaft des Donald Trump
'Amerika zuerst': Die Botschaft des Donald Trump

Bloß leider ist unsere Regierungskaste völlig abgehoben, hat keine Ahnung, was los ist im Volk. Von Orban, Putin und Erdogan lassen sie sich auf der Nase herumtanzen. Die wissen, wie man’s macht. Und wir? Leisetreterei. Wenn einer wie Trump im Kanzleramt säße, hätten die anderen mehr Respekt vor uns. So jemand hätte auch in der Finanzkrise die Banken nicht mit Steuergeldern gerettet. Wer sich verzockt, soll Pleite gehen: Das ist gerecht. Stattdessen haben redliche Bürger die Millionengehälter der Manager finanziert. Und die Öffentlich-Rechtlichen stecken die Mediensteuer ein, ohne dass wir erfahren, welche Gehälter davon bezahlt werden. Dagegen ist die Mafia ein transparenter Verein. Außerdem reden uns „Genderforscher“ ein, dass es keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Früher war alles besser. –
So, lieber Leser, wenn Sie bis hierhin überwiegend kopfnickend gelesen haben, verstehen Sie vielleicht jenen Teil Amerikas, der Donald Trump zujubelt. Dessen Kandidatur ist nämlich ein Menetekel. Sie steht für den Versuch, durch das drastische, überzeichnete Ausmalen von Problemen deren leichte Lösbarkeit zu suggerieren. Einer, der so spricht, der muss doch der Erlöser sein: Erschreckend viele Menschen erliegen dieser Versuchung. Nicht nur in Amerika – nicht nur in Deutschland.

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