"Dresdner Abendspaziergang" : Pegida gratuliert der AfD zum Wahlerfolg

Auch diesen Montag ziehen wieder Pegida-Anhänger durch Dresden. Ein Künstler will den Rechten mit "Wolfsmenschen" vor der Frauenkirche entgegnen.

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Anhänger der islamfeindlichen Pegida-Bewegung stehen am Montag während einer Kundgebung auf dem Altmarkt in Dresden.
Anhänger der islamfeindlichen Pegida-Bewegung stehen am Montag während einer Kundgebung auf dem Altmarkt in Dresden.Foto: dpa

Es ist wieder Montag. In Dresden heißt das: Pegida-"Demonstranten" ziehen durch die Straßen - ebenso die Gegendemonstranten. "Besorgte Bürger" gegen "genervte Einwohner*innen". 3500 bis 4200 Pegida-Anhänger werden diesmal geschätzt. Etwa 300 bis 400 Menschen versammelten sich auf Seiten der Gegendemonstration um 18 Uhr vor dem Theaterplatz. Die fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung versammelte sich auf dem Altmarkt, wo beispielsweise Tatjana Festerling sprach: Angela Merkel sei die größte "Vergewaltigerin", sie "vergewaltige ein 80 Millionen Volk". Auch der nun wegen Volksverhetzung angeklagte Lutz Bachmann ist erneut dabei und schmiegt sich an die AfD an: Der Erfolg der AfD sei auch der Erfolg von Pegida. "Aber wir müssen aufpassen, dass AfD auf Linie bleibt."

Auch auf ihre Facebook-Seite hatte Pegida der AfD zum Wahlerfolg gratuliert. "Die AfD ist nun in drei weiteren Landesparlamenten in der Pflicht und damit sie diese Pflicht wahrnimmt, ist Pegida wichtiger und nötiger denn je", heißt es dort weiter.

Ein Zeichen gegen die rechte Pegida-Bewegung will der Künstler Rainer Opolka mit der Aufstellung von 66 "Wolfsmenschen" setzen. Das Rudel vor der Frauenkirche stehe symbolisch für "Hasser, Brandsatz-Werfer, Neo-Nazis, wütende Pegidisten und AfDler, die auf Flüchtlinge schießen wollen", erklärte Opolka die Installation auf der Internetseite der Aktion. Das Kunstprojekt soll am Mittwoch offiziell eröffnet werden.

Neben den bis zu zwei Meter hohen und in Metall gegossenen Wölfen sollen Informationstafeln zu Diskussionen über Rassismus aufrufen. "Wir müssen mit den Menschen reden", sagt der Künstler, "denn wir werden der Rechtsentwicklung nicht dadurch begegnen können, indem wir alle nur nach Berlin starren." Er selbst hat sich vorgenommen, der der Ausstellung fast durchgängig anwesend zu sein und "tausende Gespräche" zu führen.

Auf dem Neumarkt vor der Dresdner Frauenkirche hat der Künstler Rainer Opolka (60) am Montag mit der Aufstellung von 66 "Wolfsmenschen" begonnen.
Auf dem Neumarkt vor der Dresdner Frauenkirche hat der Künstler Rainer Opolka (60) am Montag mit der Aufstellung von 66...Foto: epd

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