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Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates : US-Botschafterin Haley: Kim Jong Un "bettelt um Krieg"

USA wollen Nordkorea nach dem Atomtest mit neuen Sanktionen bestrafen. Bundeskanzlerin Merkel wirbt bei US-Präsident Trump für eine friedliche Lösung.

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Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, während der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Montag.
Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, während der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Montag.Foto: AFP/ Kena Betancur

Die USA wollen nach Nordkoreas jüngstem Atomtest in nur einer Woche verschärfte UN-Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang durchdrücken. Zum Abschluss einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates sagte Washingtons UN-Botschafterin Nikki Haley am Montag in New York, sie werde dem Rat einen Katalog mit härteren Maßnahmen vorlegen. Die Abstimmung über den Resolutionsentwurf solle kommenden Montag erfolgen. Angesichts möglicher weiterer Raketenstarts Nordkoreas sei höchste Eile geboten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warb in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump für eine friedliche Lösung. Zugleich sagte sie laut Regierungssprecher Steffen Seibert zu, sich in der EU für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea einzusetzen.

Die Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates zur Nordkorea-Krise erfolgte auf Antrag der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Japans und Südkoreas. Sie wurde einberufen, nachdem Nordkorea am Sonntag seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen hatte.

US-Botschafterin Haley: Die Geduld der USA ist begrenzt

Die USA und Japan setzten sich für die Verhängung neuer Sanktionen gegen Nordkorea ein. Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, sagte, nur mit den "schärfsten Sanktionen" könne es gelingen, "dieses Problem auf diplomatischem Weg zu lösen". In der Vergangenheit seien viele multilaterale Anstrengungen unternommen und direkte Gespräche mit dem nordkoreanischen Regime geführt worden. Die Zeit für halbherziges Handeln sei nun vorüber.

Das Handeln des nordkoreanischen Staatschefs sei nicht defensiv zu verstehen. Zudem gehe ihm das Verständnis und das Verantwortungsbewusstsein für Nuklearwaffen ab. Sein missbräuchlicher Einsatz von Raketen und die von ihm ausgehenden nuklearen Bedrohungen zeigten, dass Kim Jong Un "um Krieg bettelt". Krieg sei nie etwas, dass die USA anstreben. Doch die Geduld der USA sei nicht unbegrenzt, so Haley weiter. Die USA würde ihre Alliierten und ihr Territorium verteidigen.

Atomwaffentest Nordkoreas international scharf verurteilt

Der japanische UN-Botschafter Koro Bessho mahnte die Sicherheitsratsmitglieder zur Einheit und äußerte die Hoffnung, dass die Vetomächte China und Russland in der Sanktionsfrage "an Bord" seien. Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft erinnerte daran, dass der Sicherheitsrat bereits mehrfach Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt habe, ohne damit ein Einlenken der Nordkoreaner zu erreichen. Selten habe ein Land dem Druck der Vereinten Nationen so beharrlich widerstrebt.

International wurde der sechste Atomwaffentest Nordkoreas einhellig verurteilt; die Führung in Pjöngjang erklärte, sie habe eine Wasserstoffbombe getestet, was von unabhängiger Seite zunächst nicht bestätigt wurde. Das abgeschottete Land unter Führung des Machthabers Kim Jong Un provoziert trotz bereits bestehender Sanktionen seit Jahren mit immer neuen Raketen- und Atomwaffentests. Experten sehen die Gefahr, dass Pjöngjang Interkontinentalraketen mit Atomsprengköpfen bestückt. Damit läge das Gebiet der USA in Reichweite nordkoreanischer Atomwaffen. (mit AFP, dpa)

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