Politik : Egon Krenz, der Honecker-Kronprinz, hat das Wort von der "Siegerjustiz" geprägt

Egon Krenz (62) war der letzte Staats- und Parteichef der DDR. Er begann seinen Aufstieg bei den Blauhemden in der DDR-Jugendorganisation FDJ. Vom Wohlwollen Erich Honeckers unterstützt, rückte er 1983 ins Politbüro auf und galt als der Honecker-Kronprinz. Er war als Sekretär des Zentralkomitees der SED auch für Sicherheit zuständig. Sein Kommentar zur blutigen Niederschlagung des chinesischen Studentenaufstandes auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Juni 1989, in Peking sei "etwas getan worden, um die Ordnung wiederherzustellen", machte ihn endgültig zum Hardliner in den Augen der Bevölkerung. Krenz nimmt als sein Verdienst in Anspruch, dass die Wende in der DDR friedlich verlief. Er selbst, so sagt er, habe sich stets für politische Lösungen und gegen das Blutvergießen eingesetzt. Als das ZK der SED am 18. Oktober 1989 auf das wachsende Protestpotential in der DDR reagierte und Staatschef Erich Honecker absetzte, wurde Krenz neuer Generalsekretär. Am 24. Oktober folgte er Honecker auch im Vorsitz des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates nach. Den "Mauerschützen- oder auch "Politbüroprozess" bezeichnete er als Siegerjustiz. Egon Krenz ist mit einer früheren Lehrerin verheiratet und hat mit seiner Frau Erika zwei Söhne.

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