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Ex-Linken-Chef vor dem Comeback? : Lafontaine prüft eine Kandidatur für den Bundestag

21.02.2013 00:00 Uhrvon
Oskar Lafontaine beim Politischen Jahresauftakt der Linken in der Berliner VolksbühneBild vergrößern
Oskar Lafontaine beim Politischen Jahresauftakt der Linken in der Berliner Volksbühne - Foto: dpa

Das musste ja so kommen: Gregor Gysi ist angeschlagen - und der frühere Linken-Bundesvorsitzende Oskar Lafontaine spielt mit dem Gedanken an ein Comeback.

Sieben Monate vor der Bundestagswahl heizt der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine Spekulationen über eine Kandidatur für den Bundestag an. Er traue sich zu, die Verantwortung zu übernehmen, zitierte die „Saarbrücker Zeitung“ den Ex-Parteichef der Linken. "Ich habe mich noch nicht entschieden." Schließlich gebe es "viele Argumente die man prüfen muss". Lafontaine, der die Linke bis 2010 geführt hatte und derzeit Fraktionsvorsitzender der Partei im saarländischen Landtag ist, fügte hinzu: "Vorbereiten muss ich mich nicht großartig.“

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger, der am Mittwoch in Berlin gemeinsam mit seiner Ko-Chefin Katja Kipping das Programm für die Bundestagswahl vorstellte, sagte, im Mai stelle die saarländische Linke ihre Landesliste für die Bundestagswahl auf. „Bis dahin wird sich Oskar Lafontaine entscheiden, ob er kandidiert oder nicht.“ Man freue sich über "jede Unterstützung" von Lafontaine.

Ins Spitzenteam für den Wahlkampf könne er aber nicht mehr aufgenommen werden. Das Team war im Januar präsentiert worden. Es besteht aus acht Leuten, unter anderem sind Fraktionschef Gregor Gysi, Lafontaines Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht und der frühere Parteichef Klaus Ernst dabei.

Gregor Gysi am Dienstag im ReichstagsgebäudeBild vergrößern
Gregor Gysi am Dienstag im Reichstagsgebäude - Foto: dpa

Noch bis vor kurzem waren Überlegungen über eine Rückkehr von Lafontaine auf die Bundesbühne in Parteikreisen als abwegig bezeichnet worden. Ulrich Maurer, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion und enger Vertrauter des Saarländers, sagte am Mittwoch dem Tagesspiegel, die Chancen für ein Comeback Lafontaines stünden "fifty-fifty". Lafontaine werde sich "situationsabhängig" entscheiden.

Gysi ist seit Tagen einer neuen Debatte um seine früheren Kontakte zur Stasi ausgesetzt. Er war am Dienstag erstmals wieder öffentlich aufgetreten - wegen einer Verletzung an der Schulter, die er sich im Skiurlaub zugezogen hatte, lag er vergangene Woche im Krankenhaus. Vor der Presse im Berliner Reichstagsgebäude versicherte er: "Sie werden einen Rücktritt von mir nicht erleben." Wagenknecht, derzeit Vizevorsitzende von Partei und Fraktion, gilt als eine der möglichen Nachfolgerinnen von Gysi als Fraktionschef im Bundestag. Gysi aber will bisher nicht akzeptieren, dass sie gleichberechtigt mit ihm an die Spitze der Fraktion aufrückt.

Spekulationen über eine Rückkehr von Lafontaine auf die Bundesbühne begleiten die Linke seit Jahren. Vor dem Bundesparteitag im Juni 2012 in Göttingen hatte der Ex-Parteichef zunächst eine Kandidatur für den Parteivorsitz in Aussicht gestellt, dieses Angebot dann aber wieder zurückgezogen. Beim Politischen Jahresauftakt der Linken Mitte Januar in der Berliner Volksbühne war er dann der Stargast. Neun Politiker standen damals auf der Bühne - Lafontaine durfte die längste Rede halten. Geführt hatte Lafontaine die Linke von 2007 bis 2010.

Als am vorvergangenen Sonntag neue Stasi-Vorwürfe gegen Gysi erhoben wurden, äußerte sich Lafontaine knapp. Es sei nicht in Ordnung, eine "so durchsichtige" Sache medial so aufzubauschen, wie das jetzt geschehe. "Gelacht" habe er, weil die Stasi-Geschichte bei Gysi jetzt schon 20 Jahre laufe, sagte er in der Talkshow von Günther Jauch. "Das langweilt mich jetzt allmählich." Nach weiteren Berichten über Gysis Stasikontakte ließ er über einen Sprecher mitteilen, er habe dieser ersten Bewertung "nichts hinzuzufügen".

Die Vorsitzende Kipping sagte zu den Spekulationen um ein Lafontaine-Comeback, sie sei froh, dass ihre Partei die Diskussionen um Personal hinter sich gelassen habe. Sie freue sich aber auf die Personaldebatte im Vatikan. Denn mit der Papst-Nachfolge habe die Linke nichts zu tun.

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