Falscher Flüchtling : Franco A. hatte auch Joachim Gauck und Heiko Maas im Visier

Der festgenommene Bundeswehroffizier Franco A. hatte offenbar auch Joachim Gauck und Heiko Maas als Opfer ausgesucht. Die Bundesanwaltschaft hat den Fall übernommen.

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Offenbar auf der Terrorliste von Franco A.: Joachim Gauck, ehemaliger Bundespräsident.
Offenbar auf der Terrorliste von Franco A.: Joachim Gauck, ehemaliger Bundespräsident.Foto: dpa

Der wegen Terrorverdachts festgenommene Oberleutnant Franco A. hatte nach Informationen des Tagesspiegels auch den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im Visier. Beide Namen stünden auf der Liste potenzieller Anschlagsopfer des Offiziers, sagten Sicherheitskreise. Die Existenz der Liste war am Wochenende bekannt geworden. Auf ihr steht auch die Politikerin Anne Helm, die für die Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Franco A. habe mehr als fünf Personen auf der Liste eingetragen, hieß es.

Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen Franco A. und seinen mutmaßlichen Komplizen Mathias F. wegen der besonderen Bedeutung des Falles übernommen. Es werde wegen des Verdachts der schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt, sagte eine Sprecherin am Dienstag dem Tagesspiegel. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main das Verfahren gegen die beiden Männer geführt.

Heiko Maas, Bundesminister für Justiz und für Verbraucherschutz (SPD).
Heiko Maas, Bundesminister für Justiz und für Verbraucherschutz (SPD).Foto: dpa

Weitere Beschuldigte möglich

Sicherheitsexperten sagten, möglicherweise kämen außer Franco A. und Mathias F. weitere Personen als Beschuldigte in Betracht. Das könnte dann strafrechtlich bedeuten, dass gegen eine terroristische Vereinigung ermitteln werden müsste. Was sich bei der Bundeswehr getan habe, sei "schon sehr seltsam", hieß es. Wie berichtet, hatte Franco A. auch das Berliner Zentrum für politische Schönheit auf der Terrorliste.

Unter anderem wegen Franco A. hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihren USA-Besuch abgesagt.

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