Flüchtlinge : Grüne für Einsatz von Afrikanern als Erntehelfer

Der Grünen-Fraktionsvize Frithjof Schmidt schlägt vor, afrikanische Flüchtlinge befristet in der deutschen Landwirtschaft als Erntehelfer einzusetzen. Schmidt verlangt, die legale Arbeitsmigration in den europäischen Agrarsektor voranzutreiben.

Ein Foto der italienischen Küstenwache zeigt ein Flüchtlingsboot vor der Küste Kalabriens.
Ein Foto der italienischen Küstenwache zeigt ein Flüchtlingsboot vor der Küste Kalabriens.Foto: dpa

Angesichts des Flüchtlingsstroms über das Mittelmeer wollen die Grünen im Bundestag Afrikaner befristet als Erntehelfer in der deutschen Landwirtschaft einsetzen. Dies könne die gegenwärtig besonders hohe Zahl von Flüchtlingen senken, sagte Fraktionsvize Frithjof Schmidt im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Wir brauchen eine legale, aber befristete Zuwanderung statt eines Konzeptes über die Abwehr von Flüchtlingen.“ Notwendig sei eine gemeinsame Asylpolitik in der Europäischen Union, um eine legale Arbeitsmigration etwa in den europäischen Agrarsektor voranzutreiben.
Schmidt kritisierte das jüngste Afrikakonzept der Bundesregierung scharf. Zwar spreche die Regierung von einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Tatsächlich jedoch setze sie den afrikanischen Staaten „die Pistole auf die Brust“. Allen afrikanischen Staaten, die bis Oktober nicht das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen EPA unterzeichnen, solle der freie Zugang für ihre Exporte auf den europäischen Markt verweigert werden. „Das ist keine Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern ein Erpressungsmanöver“, sagte der Bundestagsabgeordnete aus Bochum. Das Wirtschaftsabkommen verpflichtet die afrikanischen Staaten, 75 Prozent ihrer Märkte für Produkte aus Europa zu öffnen.

Am Montag hatte die griechische Küstenwache an einem einsamen Strand der Insel Chios in der Ostägäis 32 Migranten entdeckt. Sie waren allen Anzeichen nach in der Nacht an Bord eines kleinen Bootes von der Türkei nach Griechenland gebracht worden. Wie die Küstenwache weiter mitteilte, seien am Wochenende weitere 163 Migranten vor und auf den Inseln Samos, Lesbos, Agathonisi und Kos aufgegriffen worden. Alle Flüchtlinge seien wohlauf, sagte ein Offizier der Küstenwache der Nachrichtenagentur dpa. Auf der Route Türkei-Ägäis-Italien versuchen internationale Schleuserbanden immer wieder, Tausende Migranten nach Europa zu bringen. Insgesamt sind in Griechenland nach offiziellen Angaben allein in den ersten drei Monaten des Jahres 9492 Migranten aufgegriffen worden. Viele der Flüchtlinge versuchen, von Griechenland weiter nach Deutschland zu kommen. (epd/dpa/Tsp)

60 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben