• Flüchtlinge in Deutschland: "Integration ist mehr als der Gang zum Sprachkurs oder Arbeitsamt"

Flüchtlinge in Deutschland : "Integration ist mehr als der Gang zum Sprachkurs oder Arbeitsamt"

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will mehr Paten, Gastfamilien und gesetzliche Vormünder für minderjährige Flüchtlinge gewinnen. Kostenpunkt: Zehn Millionen Euro.

Nils Wischmeyer
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will ehrenamtliche Helfer langfristig unterstützen.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will ehrenamtliche Helfer langfristig unterstützen.Foto: dpa

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will zehn Millionen Euro in die ehrenamtliche Arbeit für minderjährige Flüchtlinge investieren. Das Programm "Menschen stärken Menschen", das sie am Dienstag vorstellte, soll insbesondere Paten, Gastfamilien und Vormünder für die Jugendlichen langfristig fördern. "Integration ist mehr als der Gang zum Sprachkurs oder Arbeitsamt", sagte Schwesig. Geplant sind allein 25.000 neue Patenschaften für minderjährige Flüchtlinge in diesem Jahr. Ziel sei es, die anfangs noch spontane Hilfsbereitschaft vieler Menschen "in ein möglichst dauerhaftes Engagement zu übertragen."

Damit will die Bundesfamilienministerin den ehrenamtlichen Helfern unter die Arme greifen, die oft an die Grenze der Belastbarkeit stießen. "Wir wollen diesen Engagierten mit dem Programm gute Rahmenbedingungen zur Seite stellen", so Schwesig gegenüber der Passauer Neuen Presse.

Es soll ein dauerhaftes Engagement entstehen

Mit dem Programm kommt sie den Forderungen vieler Wohlfahrtsverbände nach, die schon lange eine bessere Betreuung und finanzielle Unterstützung für ehrenamtliche Helfer fordern. Rolf Göpel von der Caritas in Berlin spricht sich seit geraumer Zeit für eine langfristige Betreuung der Ehrenamtler aus. "Und die muss nun mal finanziert werden", sagte er dem Tagesspiegel. Als Beispiel nannte er die Vormundschaft bei minderjährigen Flüchtlingen. Weil Mittel fehlten, könne man hier keine langfristige Betreuung anbieten, was wieder dazu führt, dass die Jugendlichen monatelang in Unterkünften ausharren müssen. In Berlin sind es zurzeit mehr als 3000 Jugendliche, die auf einen Vormund warten.
Doch das soll sich mit dem neuen Programm "Menschen stärken Menschen" ändern. Programträger sind unter anderem die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor und Freiwilligenagenturen. (mit AFP)

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