Geert Wilders bei Pegida in Dresden : Der lügende Holländer

Er sollte die Massen anlocken und Pegida neuen Schwung verleihen. Das hat nicht funktioniert. Der Auftritt des holländischen Islamhasser Geert Wilders an der Elbe zeigte einmal mehr, was Pegida ist: eine verirrte und verwirrte Minderheit. Ein Kommentar.

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Krakeelende Minderheit: die Zuhörer von Geert Wilders am Montagabend in Dresden.
Krakeelende Minderheit: die Zuhörer von Geert Wilders am Montagabend in Dresden.Foto: dpa

Geert Wilders ist gescheitert. Genauso wie Pegida. Die islamfeindlichen Aktivisten in der sächsischen Landeshauptstadt haben es trotz prominentester Unterstützung nun schwarz auf weiß: Sie sind nicht die Mehrheit, sie sind nicht das Volk. Sie sind nur eine krakeelende Minderheit, die falschen Vorbildern nachläuft. Sie haben die falschen Argumente und keine breite Unterstützung in der Bevölkerung für ihre kruden Thesen.

Wilders lobte die Pegida-Anhänger bei seinem Auftritt am Montagabend in der sächsischen Landeshauptstadt unter anderem als "Helden", weil sie mit ihrem Einsatz die abendländische Kultur verteidigen würden. Das Gegenteil ist richtig: Die abendländische Kultur zeichnet sich durch Weltoffenheit, Barmherzigkeit für Flüchtlinge, Anteilnahme und Toleranz aus. Werte, mit denen weder Wilders noch die 8000 bis 10.000 Zuhörer in Dresden viel anfangen können.

Pegida wartet auf Geert Wilders
Der holländische Rechtspopulist Geert Wilders spricht am 13. April 2015 auf der Pegida-Kundgebung in Dresden.
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13.04.2015 20:06Der holländische Rechtspopulist Geert Wilders spricht am 13. April 2015 auf der Pegida-Kundgebung in Dresden.

Selbst wenn Wilders ausruft, "wir hassen keine Muslime", sondern nur die Behörden, "die uns jeden Tag anlügen und sagen, der Islam sei eine Religion des Friedens", zeigt es welchen verstörendem Weltbild er folgt. Die vermeintliche Verschwörung aus menschenferner Politik, lügenden Medien und verblendeten Multi-Kulti-Gutmenschen existiert nicht. Nicht in Dresden, nicht in Berlin, nicht in Deutschland und Europa.

"Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“, sagte Wilders am Montagabend. Dieser eigenen Forderung folgte der Holländer gleich selbst und machte sich nach seiner knapp halbstündigen Rede wieder vom sprichwörtlichen Acker auf der Dresdner Flutrinne. Einige andere mehr sollten ihm folgen. Auf geht's, Lutz Bachmann!

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