Gegen radikalen Islamismus : Bundesinnenministerium verschiebt Plakatkampagne

Mit einer Plakatkampagne wollte das Bundesinnenministerium gegen islamistische Radikalisierung vorgehen. Nun ist die Aktion vorerst gestoppt worden - wegen der angespannten Lage durch das Mohammed-Video.

Umstrittene Kampagne des Bundesinnenminsteriums.
Umstrittene Kampagne des Bundesinnenminsteriums.Fotos: BMI/Montage: Tsp

Das Bundesinnenministerium verschiebt wegen der aufgeheizten Stimmung angesichts des Mohammed-Schmähfilms eine umstrittene Plakataktion, die unter muslimischen Verbänden für Unmut gesorgt hatte.

Grund sei eine aktuelle Bewertung der Gefährdungslage durch das Bundeskriminalamt, erklärte das Ministerium am Donnerstag in Berlin. Muslimische Verbände hatten sich kritisch über die Plakat-Kampagne unter dem Titel “Vermisst“ geäußert, die Eltern, Bekannte und Freunde dazu aufruft, sich an die Beratungsstelle Radikalisierung zu wenden, wenn sie extremistische Bestrebungen bei jungen Muslimen feststellen.
Auf den Postern waren unter der Überschrift “Vermisst“ Porträts junger Muslime zu sehen. Bis auf die Plakat-Aktion solle die Öffentlichkeitskampagne wie geplant fortgesetzt werden, erklärte das Ministerium.

Mehrere islamische Verbände hatten die Plakate als diskriminierend beklagt. Sie zeigten sich besorgt, dass Muslime dadurch stigmatisiert und Denunziationen befördert werden könnten. Die Aktion stelle Muslime unter Generalverdacht und erzeuge eine gesellschaftliche Paranoia, die tiefes Misstrauen säe, erklärten die Verbände.

(Reuters)

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