General : Deutsche Elitesoldaten jagen gezielt Taliban

Der Sprecher der Internationalen Schutztruppe Josef Dieter Blotz erklärt im Tagesspiegel, dass es auch Aufgabe des Kommandos Spezialkräfte KSK sei, Taliban gezielt zu jagen und "auszuschalten".

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"Völlig klar und verständlich, dass Extremisten verfolgt und bekämpft werden müssen."
"Völlig klar und verständlich, dass Extremisten verfolgt und bekämpft werden müssen."Foto: dpa

Auch die deutschen Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan jagen nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf gezielt Taliban, um sie „auszuschalten“. Das sagte der deutsche Brigadegeneral Josef Dieter Blotz, Sprecher der Isaf-Truppe, dem Tagesspiegel in Kabul: „Gezielte Tötungen durch Spezialkräfte der Bundeswehr hat das Verteidigungsministerium definitiv ausgeschlossen. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ist jedoch auch dafür eingesetzt worden, Netzwerke von Extremisten auszuschalten.“

Blotz forderte, das Thema gezielte Tötungen „nüchterner“ zu betrachten. „Es ist völlig klar und verständlich, dass Extremisten, deren Hauptbeschäftigung darin besteht, unsere Soldaten zu erschießen und in die Luft zu sprengen, verfolgt und bekämpft werden müssen. Wenn man über Informationen verfügt, wo solche Extremisten zu finden sind, muss versucht werden, diese auszuschalten, noch bevor sie unsere Soldaten angreifen können. Genau darum geht es. Das ist im Wesentlichen die Aufgabe von Kräften, die speziell dafür ausgebildet, ausgerüstet und trainiert sind.“

Die Zahl der Spezialkräfte sei in den vergangenen anderthalb Jahren „ganz erheblich“ erhöht worden, sagte Blotz. Das sei absolut notwendig. „Wir brauchen genau diese Spezialkräfte, um Taliban-Netzwerke effektiv ausschalten zu können.“ Im Übrigen falle bei 80 Prozent der Spezialkräfteeinsätze kein einziger Schuss. Spezialkräfte seien „kein Problem, sondern Teil der Lösung“. Am Montag teilte die Isaf mit, dass sie einen Al-Qaida-Anführer und Taliban-Kommandeur getötet habe. Abu Bakir sei im Norden des Landes in der Provinz Kundus bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Dort hat die Bundeswehr das Kommando.

Unterdessen hat der Einsatz hat eine neue traurige Höchstmarke erreicht. Nach Angaben der unabhängigen Internetseite icasualties.org starben seit der Invasion Ende 2001 insgesamt 2002 alliierte Soldaten, darunter 1226 der US-Streitkräfte und 331 des zweitgrößten Truppenstellers Großbritannien. n diesem Jahr b 434 Soldaten der internationalen Schutztruppe I, im bis blutigsten Jahr 2009 waren es insgesamt 521. Für die US-Armee war der Juli 2010 mit 66 Toten der blutigste Monat seit der Invasion. Die Bundeswehr verlor bislang 43 Soldaten. Derzeit sind am Hindukusch noch mehr als 140 000 ausländische Soldaten im Einsatz, darunter 4490 Frauen und Männer der Bundeswehr. Zahlen über getötete Extremisten gibt es nicht. Nach Angaben der UN gibt es verlässliche Angaben über getötete Zivilisten erst seit 2007. Demnach kamen seitdem mindestens 7000 Afghanen ums Leben.

Der neue Oberbefehlshaber der Alliierten, US-General David Petraeus, warnte vor einem zu schnellem Truppenabzug, sonst riskiere man ein Scheitern, sagte er der „Washington Post“. Der Kampf gegen die Taliban sei zäh. Es sei viel zu früh, um abschätzen zu können, wann der Krieg zum Erfolg führen werde. Der von Präsident Barack Obama genannte Termin für den Abzug erster US-Soldaten im Juli 2011 sei seiner Meinung nach nicht in Stein gemeißelt. Auch Blotz sagte, der Zeitpunkt, wann die Verantwortung an die Afghanen übergeben werde, sei „derzeit noch nicht exakt bestimmbar“.

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