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Gröditz im Kreis Meißen : Haben Flüchtlinge Amateurfußballer verprügelt?

Eine Gruppe von etwa 20 Nordafrikanern soll im sächsischen Gröditz zwei Amateurfußballer verprügelt haben - berichtet deren Verein. Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar.

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Angehende Wachpolizistin in Sachsen
Angehende Wachpolizistin in SachsenFoto: Sebastian Kahnert/dpa

Zwei junge Männer sind im sächsischen Gröditz (Landkreis Meißen) möglicherweise von mehreren Asylbewerbern angegriffen worden. Die 25 und 27 Jahre alten Männer sollen am Sonntag in den frühen Morgenstunden gegen vier Uhr durch eine etwa 20-köpfige Gruppe bedrängt und anschließend attackiert worden sein, wie die Polizeidirektion Dresden am Montag mitteilte.

Die Unbekannten sollen mit Metallstangen auf ihre Opfer eingeschlagen haben. Eine Metallstange wurde von den Beamten gesichert, sagte Polizeisprecher Marko Laske dem Tagesspiegel. Die beiden Männer sollen schwer verletzt worden sein, sie wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Der SV Frauenhain erklärte auf seiner Internetseite zu der "unschönen wie schockierende Nachricht", zwei Amateurspieler des Vereins seien in der Nacht zum Sonntag "von einer 20-köpfigen Gruppe Nordafrikaner, die mit Eisenstangen bewaffnet waren, gejagt und krankenhausreif geprügelt worden". Der Verein forderte: "Die Täter sind mit der gebührenden Gesetzeshärte zu bestrafen."

Der Polizei zufolge sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Polizeisprecher Laske sagte, der Vorfall sei "nicht abschließend verifiziert". Er erklärte weiter: "Ob das so stimmt oder nicht stimmt, werden die Ermittlungen zeigen. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen." Zeugen hätten angegeben, dass die Angreifer ein nahe gelegenes Flüchtlingsheim bewohnten, berichtete der Sprecher.

Laut einem Bericht von Radio Dresden ist erst eines der beiden Opfer befragt worden. Beide Männer waren alkoholisiert, teilte die Polizei dem Sender mit. Welche Ermittlungen in der Asylunkterunft unternommen werden, dazu machten die Beamten unter Hinweis auf die laufende Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei keine näheren Angaben.

Die "Bild"-Zeitung kritisierte, dass die Polizei den Vorfall in ihrem Polizeibericht vom Sonntag noch nicht erwähnt hat. Laske erklärte dazu, allein die Polizeidirektion Dresden sei an jedem Tag mit etwa 400 Sachverhalten beschäftigt, nicht jeder von ihnen tauche im Polizeibericht auf. Er wies den Vorwurf zurück, es solle etwas verheimlicht werden. (mit epd)


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