Gute Nachrichten aus Mossul : Der IS verbietet die Burka

In der IS-Stadt Mossul dürfen Frauen mancherorts angeblich keine Burka mehr tragen - weil Attentäter in Burkas IS-Kommandeure umgebracht haben. Wenn das keine Pointe ist. Ein Kommentar.

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Da kann man schon mal durcheinanderkommen. Links eine Frau mit Burka, rechts eine Frau mit Nikab.
Da kann man schon mal durcheinanderkommen. Links eine Frau mit Burka, rechts eine Frau mit Nikab.Foto: dpa

Vielleicht gibt es ihn ja wirklich, den Gott der Ironie. Was er tut, ist weise und gerecht. Er dreht die Spieße um, mit denen Übeltäter anderen Menschen zu Leibe rücken. Er stellt die Dinge auf den Kopf, um einer aus den Fugen geratenen Welt den Spiegel vorzuhalten.

Aus der nordirakischen Stadt Mossul, die immer noch fest in den Händen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ ist und als Symbol ihrer Rest-Macht dient, wird jetzt jedenfalls das kolportiert: Die Burka wird verboten! Der IS verbietet die Burka!

Na ja, nicht ganz. Burka und Nikab, so heißt es, dürfen zumindest in sicherheitsrelevanten Zonen nicht mehr getragen werden, weil einige Attentäter in Burkas in den vergangenen Monaten einige IS-Kommandeure umgebracht haben. Außerhalb dieser Zonen gilt für Frauen weiterhin das strenge, von der IS-Moralpolizei kontrollierte Vollverschleierungs-Gebot.

Was es bedeutet, zeigten muslimische Frauen jüngst nach der Befreiung der strategisch wichtigen syrischen Stadt Manbij in aller Öffentlichkeit. Sie verbrannten ihre Burkas.

Aber immerhin: Auch in Mossul wurde nun offenbar eine Pointe gesetzt. Die Terrorbande muss Angst haben, zum Opfer ihrer eigenen Sittenstrenge zu werden. Dass außerdem die irakische Armee anrückt, von Frankreich unterstützt, rundet die gute Nachricht ab.

P.S.: Inzwischen sind Zweifel an der Seriosität der Meldung aufgekommen. Was genau in Mossul geschieht, lässt sich allerdings nur äußerst schwer überprüfen.

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