Hans-Georg von der Marwitz über Wulff : "Das ist nicht irgendein Amt"

13.01.2012 00:00 UhrVon Elisa Simantke
Hans-Georg von der Marwitz (50) ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter und seit 2010 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands in Märkisch- Oderland. Er ist Landwirt in Friedersdorf. Foto: Ralf Lienert
Hans-Georg von der Marwitz (50) ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter und seit 2010 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands in Märkisch- Oderland. Er ist Landwirt in Friedersdorf. - Foto: Ralf Lienert

Der Druck auf Bundespräsident Christian Wulff wächst weiter - auch aus den eigenen Reihen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz fordert Konsequenzen.

Momentan sind wir alle mit dieser Situation schwer belastet. Das Amt ist beschädigt, das Land ist beschädigt, die Parteien haben sich zum Teil selbst beschädigt. Die Demokratie ist letztendlich durch unseren ersten Repräsentanten vertreten, auf den schaut man. Es wird von Tag zu Tag schwieriger, dass dieser Präsident eine Position vertreten kann, die von der Mehrheit als richtig, wichtig und gut angesehen wird. Die unmögliche Situation der vergangenen Wochen und Monate wird sich bei jeder Rede vor dem geistigen Auge des Zuhörers abspielen. Insofern leide ich unter der derzeitigen Situation.

Raten Sie Wulff zum Rücktritt?

Man erwartet von einem Bundespräsidenten, dass er alles entsprechend abwägt und selbst erkennt, inwieweit das Agieren und Argumentieren noch dem Wohl unserer Landes dient.

Er muss sich fragen, ob er die Anforderungen, die an einen Präsidenten gestellt werden, noch erfüllen kann. Das ist nicht irgendein Amt. Deshalb müssen wir uns alle Gedanken darüber machen, wie es weitergehen kann. Ich sage: Aufgrund der unwürdigen Diskussion der vergangenen Wochen müssen Konsequenzen gezogen werden.

Das Amt an sich finden Sie immer noch bedeutend?

Das Amt per se ist nicht infrage zu stellen. Menschen, die sagen, wir sollten das Amt des Bundespräsidenten abschaffen, kann ich überhaupt nicht folgen. Jedes Land braucht einen ersten Repräsentanten, der nicht im tagespolitischen Alltagsgeschäft steckt. Ich wünsche mir zukünftig Frauen und Männer im Amt, die für unsere politische Zukunft bürgen und für unser Ansehen im In- und Ausland sorgen.

Das Gespräch führte Elisa Simantke.

Hans-Georg von der Marwitz (50) ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter und seit 2010 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands in Märkisch- Oderland. Er ist Landwirt in Friedersdorf.

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