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Heftige Kämpfe : Widerstandsbewegung in Syrien wächst

Immer mehr Soldaten der syrischen Armee schließen sich den Widerstandskämpfern an. Im Norden des Landes kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Und das Regime lässt weiter morden.

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18. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.Weitere Bilder anzeigen
Foto: AFP
18.07.2012 16:0418. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.

Im Norden Syriens kommt es seit Montag zu immer heftigeren Kämpfen, Augenzeugen sprechen von einem "regelrechten Krieg". Mehr als 270 Menschen haben in den letzten beiden Tagen ihr Leben verloren, darunter Soldaten einer ganzen Kompanie, die gemeinsam in die Türkei desertieren wollten und von ihren Kameraden mit Maschinengewehren massakriert wurden. Regimegegner schätzen die Zahl der desertierten Soldaten im Land inzwischen auf 10.000, allein 3000 operieren in der Nordprovinz Idlib.

Das Regime Assad hat die Kontrolle über mindestens 34 Ortschaften in Idlib verloren. Auch gibt es Hinweise, dass erste Rebellen aus Libyen eingetroffen sind und mitkämpfen. Die ersten Beobachter der Arabische Liga sollen morgen eintreffen.

In einem Dorf im Westen Syriens sollen Regierungstruppen und Milizionäre mehr als 100 Zivilisten getötet haben. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter teilte am Mittwoch mit, die Namen von 56 Toten seien bereits bekannt. Weitere 55 Leichen hätten nach dem Massaker in Kafr Oweid am Dienstag noch nicht identifiziert werden können.

Ein Aktivist, der aus der Umgebung des Dorfes stammt und in einem syrischen Flüchtlingslager in der Türkei lebt, bestätigte diese Angaben mehr oder weniger. Er sprach jedoch von 120 Toten. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur dpa erklärte Mohammed Faso, die Zivilisten seien in einer Moschee erschossen worden. Unter den Toten sei der Prediger der Moschee. Die Angreifer hätten ihn enthauptet und seinen Kopf aufgehängt.

Da unabhängige Medienvertreter keinen Zugang zu den Konfliktregionen in Syrien haben, lassen sich derartige Berichte oft nur indirekt, mit zeitlicher Verzögerung oder gar nicht verifizieren. (mit AFP/dpa)

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