Hillary Clinton : "Trump macht Politik für Reiche"

In einer Grundsatzrede zum Thema Wirtschaft hat Clinton ihren republikanischen Rivalen um die US-Präsidentschaft attackiert. Die Demokratin will Handelsabkommen stoppen.  

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U.S. Democratic presidential nominee Hillary Clinton speaks at Futuramic Tool & Engineering in Warren, Michigan August 11, 2016. REUTERS/Chris Keane
U.S. Democratic presidential nominee Hillary Clinton speaks at Futuramic Tool & Engineering in Warren, Michigan August 11, 2016....Foto: REUTERS

Die Favoritin im US-Präsidentschaftswahlkampf, Hillary Clinton, hat ihrem Rivalen Donald Trump vorgeworfen, Wirtschaftspolitik nur für die Interessen der Reichen zu betreiben. Sie wolle Chancen für alle Amerikaner, während der Milliardär Trump nur an sich selbst und seine superreichen Freunde denke, sagte Clinton am Donnerstag in einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede in Warren im Bundesstaat Michigan.

In ihrer rund 45-minütigen Rede attackierte Clinton die am Montag vorgestellten wirtschaftspolitischen Rezepte Trumps, der Steuern senken und Vorschriften abschaffen will. Trumps Pläne liefen auf eine Erhöhung der Staatsverschuldung hinaus und würden die USA in eine neue Rezession stürzen, sagte Clinton.

Anders als Trump will sie die Steuern für die reichsten Amerikaner anheben. Zudem ist sie gegen die von Trump geforderte Senkung der Körperschaftsteuer und lehnt auch seinen Ruf nach Abschaffung der Erbschaftsteuer ab: Die Familie Trump selbst würde dadurch vier Milliarden Dollar sparen, während 99,8 Prozent der Amerikaner leer ausgingen, sagte sie.

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Normalbürgerin gegen Milliardär

Clinton setzt auf ein milliardenschweres Modernisierungsprogramm für die Infrastruktur, die Erhöhung des Mindestlohnes sowie auf mehr Aufstiegschancen für Benachteiligte. „Es gibt zu viel Ungleichheit“, sagte sie. Clinton erwähnte ihre eigene Herkunft aus einer Familie von Arbeitern und Kleinunternehmern und präsentierte sich damit als Vertreterin der Normalbürger gegenüber dem Multimilliardär Trump.

Zur Handelspolitik sagte Clinton, in der Vergangenheit seien viele internationale Abkommen als Vorteil für die USA dargestellt worden, dann aber zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland genutzt worden. China und andere Länder hätten die Verträge ausgenutzt. Als Präsidentin werde sie ein solches Verhalten mit Hilfe gezielter Importzölle bestrafen.

Sie werde das transpazifische Handelsabkommen TPP und jedes andere Abkommen stoppen, das negative Folgen für den Arbeitsmarkt in den USA habe, betonte Clinton weiter. Sie hatte das TPP zunächst unterstützt, sich dann aber von dem auch in der eigenen Partei heftig kritisierten Vertragswerk distanziert. Trump hat ebenfalls angekündigt, als Präsident die Unterschrift unter die TPP zu verweigern. Zudem will er beim Freihandelsabkommen zwischen USA, Kanada und Mexiko nachverhandeln.

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