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Im Alter von 87 Jahren gestorben : Bremens Ex-Bürgermeister Hans Koschnick ist tot

Der langjährige Bremer Bürgermeister und EU-Berater Hans Koschnick ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Dies bestätigte die Bremer Senatskanzlei.

Von 1967 bis 1985 war Hans Koschnick (hier 2015) Bremens Bürgermeister.
Von 1967 bis 1985 war Hans Koschnick (hier 2015) Bremens Bürgermeister.Foto: dpa

Bremens langjähriger Bürgermeister Hans Koschnick (SPD) ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Bremer Senatskanzlei bestätigte am Donnerstag einen Bericht des "Weser-Kuriers". Von 1967 bis 1985 war er Präsident des Senats und damit Bremens Bürgermeister. Zeit seines Lebens war er ein politischer Brückenbauer und ein Mann klarer Worte, gradlinig, klug - und dennoch stets bodenständig. 1987 ging er als direkt gewählter Kandidat für Bremen-West in den Bundestag. Sein Schwerpunkt war Außenpolitik.

Als 1994 eigentlich schon der Ruhestand geplant war, übernahm er als 65-Jähriger die Aufgabe als EU-Administrator für den Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten bosnischen Stadt Mostar. Gleich im ersten Jahr verübten kroatische Nationalisten einen Anschlag mit Granaten auf Koschnick, bei dem sein Hotelzimmer in Mostar verwüstet wurde, er jedoch unverletzt blieb. 1996 erfolgte ein zweiter misslungener Anschlag. Eine aufgebrachte kroatische Menschenmenge griff bei einer Demonstration Koschnick in seinem gepanzerten Dienstwagen an. Die kroatische Polizei blieb passiv. Er konnte unverletzt mit Hilfe seiner Eskorte und dank des Panzerschutzes seiner Limousine entkommen. Koschnick fühlte sich von der EU im Stich gelassen und erklärte er seinen Rücktritt. Danach beschränkte er sich auf die Ausübung anderer Ämter.

Der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat seinen verstorbenen Amtsvorgänger Hans Koschnick als großen Demokraten gewürdigt. "Wir trauern um einen großen Bremer", sagte Sieling am Donnerstag. "Hans Koschnick hat mit seiner Persönlichkeit, seiner Volksverbundenheit und seinem unerschütterlichen Glauben an die Versöhnung und Verständigung zwischen den Völkern unauslöschliche Spuren hinterlassen", betonte Sieling. Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft (Landtag), Christian Weber (SPD), nannte Koschnick "ein Vorbild" und "auch eine Art Volkstribun". Er würdigte ihn zudem als letzten "Bremer Politiker von staatsmännischem Format und mit internationaler Ausstrahlung". (Tsp/dpa)

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