Politik : Immer weniger Organspenden

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Berlin - Schlimmer kann es nicht mehr werden. Unter diesem Tenor präsentierte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Dienstag ihre neueste Statistik zu den Organspenden in Deutschland. Demnach ist die Zahl der Organspenden von Januar bis Oktober 2013 um 15,5 Prozent gesunken, von 892 auf 754 bundesweit. Und die der gespendeten Organe verringerte sich um 11,8 Prozent – von 3001 auf 2647.

Damit hat die Zahl derer, denen nach dem Tod ein Spenderorgan entnommen wurde, den tiefsten Stand seit Beginn der Zählungen im Jahr 1995 erreicht. Im August spendeten gerade einmal 56 Menschen Organe, ein Jahr zuvor waren es noch fast doppelt so viele. Den Umstand, dass es im Oktober wieder 79 waren, feiert die Stiftung nun bereits als „Stabilisierung“. Doch Fakt ist: 11 300 Menschen benötigen hierzulande dringend ein Spenderorgan. Und drei sterben im Schnitt jeden Tag, weil sie keines bekommen.

Hauptgrund für die „unvertretbare Situation“ (DSO-Chef Rainer Hess) sind die bekannt gewordenen Manipulationen bei Organvergaben im Sommer 2012. Inzwischen seien „umfassende Maßnahmen ergriffen“, die für Aufklärung und mehr Kontrolle sorgten, versicherte Hess. Entscheidend sei es nun, endlich auch ein sektorenübergreifendes Register auf den Weg zu bringen, mit dem sich Qualität, Probleme und Erfolge von Transplantationen verlässlich vergleichen lassen. Mit solchen Daten sei dann auch die Frage zu beantworten, ob sich die Organvergabe in Deutschland nicht stärker nach den jeweiligen Erfolgsaussichten richten müsse. Rainer Woratschka

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