Politik : In Sachsen-Anhalt schließt die SPD zur Linken auf

Berlin - Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird die Konstellation noch einmal spannend: Nachdem in bisherigen Umfragen hinter der führenden CDU immer die Linkspartei an zweiter und die SPD an dritter Stelle gelegen hatte, schließen nun im Politbarometer- Extra von ZDF und Tagesspiegel die Sozialdemokraten zu den Linken auf. Beide kommen auf 24 Prozent. Die FDP müsste mit derzeit fünf Prozent um den Verbleib im Landtag bangen. Für die Grünen, die in anderen Umfragen zuletzt stabil über fünf Prozent lagen, ist der Wiedereinzug in den Landtag nach 13 Jahren wieder offen. Sollte bei der Wahl auch die NPD die Fünf-Prozent-Hürde erreichen, würde in Magdeburg aus dem derzeitigen Vier- ein Sechs-Parteien-Parlament.

Wie das Rennen zwischen SPD und Linken letztlich ausgeht, könnte entscheidend für eine Koalitionsbildung sein. SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn, bislang Finanzminister unter Regierungschef Wolfgang Böhmer (CDU), hat strikt ausgeschlossen, dass die SPD einen Ministerpräsidenten von der Linkspartei wählen würde. Käme die SPD bei der Wahl vor den Linken ein, könnte eine rot-rote oder eine rot-rot-grüne Regierung unter einem Ministerpräsidenten Bullerjahn wieder wahrscheinlicher werden. Bullerjahn liegt bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten mit 32 Prozent vor CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff, für den 30 Prozent der Befragten plädieren. Den Mann von der Linken, Wulf Gallert, wünschen sich nur sieben Prozent. Der 75-jährige Amtsinhaber Böhmer tritt zur Wahl nicht mehr an. Für das Politbarometer-Extra befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 8. bis zum 10. März in Sachsen-Anhalt telefonisch 1680 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

In Baden-Württemberg, wo am 27. März gewählt wird, hat unterdessen Rot-Grün in einer aktuellen Forsa-Umfrage das Regierungsbündnis überholt. So kommt danach die CDU auf 40 Prozent, die FDP auf fünf Prozent. Die SPD liegt bei 26 Prozent, die Grünen erreichen 20 Prozent. Die Linke würde mit vier Prozent den Einzug in den Landtag knapp verpassen. sc

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